Product Carbon Footprint

Annina Schopen,

BASF produziert technische Kunststoffe mit erneuerbaren Energien

Mit Green Energy Manufacturing will BASF den CO₂-Fußabdruck technischer Kunststoffe reduzieren, ohne bestehende Produktionsprozesse oder Materialeigenschaften zu verändern. Anwendungen bei Eaton und Bosch zeigen, wie sich die Lösung in industrielle Wertschöpfungsketten integrieren lässt.

Green Energy Manufacturing senkt den CO₂-Fußabdruck als Drop-in-Lösung ohne Änderungen an Prozessen oder Qualität. © BASF

Steigende Anforderungen an Transparenz, CO₂-Reduktion und Kreislaufwirtschaft rücken die Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette stärker in den Fokus. Unternehmen suchen deshalb nach Lösungen, die sich möglichst unkompliziert in bestehende Abläufe integrieren lassen. Mit der Engineering Plastics Sustainability Toolbox bündelt BASF Materialien, Dienstleistungen und digitale Angebote, die Kunden bei der Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsziele unterstützen sollen.

Ein Bestandteil des Portfolios ist das sogenannte Green Energy Manufacturing. Dabei werden technische Kunststoffe unter Einsatz erneuerbarer Energien hergestellt. Auf diese Weise lässt sich der CO₂-Fußabdruck der Materialien reduzieren, ohne deren physische Eigenschaften zu verändern.

Das Konzept umfasst den Einsatz erneuerbarer Energieträger wie Strom, Dampf und Wärme über verschiedene Stufen der chemischen Produktion hinweg. Fossile Energieträger, beispielsweise Erdgas, werden dabei durch Alternativen mit geringerem CO₂-Fußabdruck ersetzt. Erneuerbarer Dampf und erneuerbare Wärme können unter anderem mithilfe von Grünstrom in elektrischen Boilern oder Wärmepumpen, aus Prozessabwärme oder unter Verwendung von Biomethan erzeugt werden.

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Die Umstellung ist als Drop-in-Lösung angelegt. Die bestehenden Produktionsprozesse bleiben damit weitgehend unverändert, während der Product Carbon Footprint sinkt. Für verarbeitende Unternehmen kann das vor allem mit Blick auf eigene Emissionsziele und die Anforderungen der Corporate Sustainability Reporting Directive, kurz CSRD, relevant sein. Eine besondere Rolle spielen dabei die Scope-3.1-Emissionen aus eingekauften Gütern und Dienstleistungen.

Anwendung in bestehenden Produktionsprozessen

Wie sich der Ansatz in der Praxis einsetzen lässt, zeigt die Zusammenarbeit von BASF mit dem Energiemanagement-Unternehmen Eaton. Eaton integriert Materialien mit reduziertem Product Carbon Footprint, kurz rPCF, in seine Fertigungsprozesse. Die Zusammenarbeit ist Teil einer Strategie, mit Lieferanten die eigene Nachhaltigkeitstransformation voranzutreiben und auf veränderte Kundenanforderungen zu reagieren.

Erste Anwendungen wurden am Eaton-Produktionsstandort im österreichischen Schrems umgesetzt. Nach Angaben der Unternehmen lassen sich die Materialien ohne Änderungen an den etablierten Fertigungsabläufen verarbeiten. Dies kann die Einführung beschleunigen und dazu beitragen, den CO₂-Fußabdruck der hergestellten Produkte entlang der Wertschöpfungskette zu reduzieren.

Auch in der Automobilindustrie gewinnen nachhaltigere Lieferketten und ein verantwortungsbewusstes Green Sourcing neben der Elektromobilität an Bedeutung. Bosch setzt deshalb bei ausgewählten Materialien auf Green Energy Manufacturing und bewertet das Angebot als einen Beitrag der Rohstoffindustrie zur Transformation der Lieferkette.

Für ein von Bosch bei BASF bezogenes Produkt mit reduziertem PCF wird auf Basis der für 2026 geplanten Einkaufsmenge eine Verringerung des CO₂-Fußabdrucks um voraussichtlich rund 1.000 Tonnen CO₂-Äquivalente erwartet. Umfangreiche Änderungen an den Verarbeitungsprozessen sollen dafür nicht erforderlich sein.

Weitere Ansätze für Kreislaufwirtschaft und CO₂-Reduktion

Nach Angaben von BASF konnten Unternehmen mit Lösungen des Bereichs Engineering Plastics ihren CO₂-Fußabdruck im Jahr 2025 insgesamt um rund 2.000 Tonnen pro Jahr reduzieren. Die Zahlen sollen den möglichen Beitrag der angebotenen Materialien zur Erreichung regulatorischer und unternehmensbezogener Klimaziele verdeutlichen.

Neben dem Green Energy Manufacturing umfasst die Engineering Plastics Sustainability Toolbox weitere Ansätze. Dazu zählen das mechanische Recycling mit hochwertigen Rezyklaten sowie Massenbilanzlösungen, bei denen alternative Rohstoffe am Anfang der Wertschöpfungskette eingesetzt werden. Unternehmen können damit je nach Anwendung, technischen Anforderungen und Nachhaltigkeitsziel zwischen unterschiedlichen Lösungen wählen.

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