Tankrabatt seit 1. Oktober: So holen Spritpreis-Apps das Maximum heraus
Bis Jahresende sinkt der Literpreis für Benzin und Diesel rechnerisch um 16,7 Cent. Ob die Entlastung voll an der Zapfsäule ankommt, ist offen. Wer Preise per App vergleicht und zur richtigen Uhrzeit tankt, holt mehr heraus. Welche Apps dabei helfen, zeigt unser Überblick.
Was der Tankrabatt bringt: Höhe, Laufzeit, Hintergrund
Seit dem 1. Oktober 2026, 0 Uhr, gilt der neue Tankrabatt. Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel sinkt um 14,04 Cent pro Liter. Inklusive Mehrwertsteuer ergibt sich eine Entlastung von 16,7 Cent. Anlass sind die stark gestiegenen Spritpreise infolge des Iran-Konflikts.
Bei voller Weitergabe des Rabatts spart eine 50-Liter-Tankfüllung rund 8,35 Euro. Die Regelung läuft bis zum 31. Dezember 2026. Übrigens: Es ist bereits der zweite Tankrabatt in diesem Jahr, der erste galt im Mai und Juni.
Kommt die Senkung an der Zapfsäule an?
Eine gesetzliche Pflicht, den Rabatt weiterzugeben, gibt es nicht. Der ADAC erwartet, dass die Preise schrittweise sinken. Der Grund: Die Energiesteuer fällt an, wenn der Kraftstoff das Steuerlager verlässt. Was vor Mitternacht geliefert wurde, ist noch zum alten Satz versteuert und muss erst abverkauft werden. Das Ifo-Institut rechnet damit, dass von den 16,7 Cent etwa 15 Cent beim Kunden ankommen.
Laut Stuttgarter Zeitung fielen die Preise an vielen Tankstellen um Mitternacht um 10 bis 11 Cent, in Städten wie München und Stuttgart lag E10 teils unter 2 Euro. Beim ersten Tankrabatt im Mai sanken die Preise zum Start laut Bundeskartellamt im Schnitt um rund 14 Cent und damit nicht um den vollen Betrag. Das Kartellamt beobachtet die Preise auch diesmal genau.
12-Uhr-Regel: Wann Tanken jetzt am günstigsten ist
Neben der Tankstelle entscheidet die Uhrzeit. Seit dem 1. April 2026 dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich erhöhen, und zwar um 12 Uhr mittags. Senkungen sind jederzeit erlaubt. Eine ADAC-Auswertung von über 14.000 Tankstellen zeigt: Kurz vor 12 Uhr lag Super E10 im Mai rund 3,7 Cent unter dem Tagesdurchschnitt, Diesel 4,3 Cent. Direkt nach der Mittagserhöhung springen die Preise im Schnitt um 14,6 Cent (E10) beziehungsweise 18,4 Cent (Diesel) nach oben und sinken danach bis zum frühen Abend langsam wieder. Früh am Morgen zu tanken, bringt dagegen keinen Vorteil mehr.
Spritpreis-Apps: Diese Helfer zeigen die günstigste Tankstelle
Alle seriösen Tank-Apps greifen auf dieselbe Quelle zu: Tankstellen müssen jede Preisänderung in Echtzeit an die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K) melden. Die Apps unterscheiden sich daher weniger bei den Preisen als bei Bedienung, Zusatzfunktionen und Werbung.
„clever-tanken.de“ vom Anbieter infoRoad zeigt die günstigsten Tankstellen der Umgebung auf einer Karte, merkt sich Favoriten und meldet per Push-Nachricht, wenn ein selbst gesetzter Zielpreis erreicht ist. Neben Benzin und Diesel listet sie auch Autogas und Premiumkraftstoffe sowie Ladesäulen für E-Autos. Apple CarPlay wird unterstützt. Die App ist kostenlos und werbefinanziert, eine werbefreie Version kostet 3,99 Euro.
„ADAC Drive“ ist komplett kostenlos und setzt keine Clubmitgliedschaft voraus, einzelne Funktionen erfordern aber eine Anmeldung. Die App zeigt den Preisverlauf der letzten 24 Stunden und sieben Tage und gibt Empfehlungen zum besten Tankzeitpunkt. Dazu kommen Navigation mit Apple CarPlay und Android Auto, Spritpreise aus Österreich, Italien, Frankreich, Spanien, Slowenien und Großbritannien sowie Standorte und Preise für HVO100. ADAC-Mitglieder erhalten an Shell- und Agip/Eni-Tankstellen zusätzlich einen Cent Rabatt pro Liter.
„mehr-tanken“ stammt von der Motor Presse Stuttgart. Der Assistent „Flizzi“ gibt Preisprognosen und Empfehlungen, wann sich das Tanken lohnt. Ein Preisalarm, Routenplanung mit Tankstopps, ein Verbrauchsrechner und die Anbindung an Apple CarPlay sind ebenfalls an Bord. Wer die Werbung loswerden will, zahlt für „mehr-tanken+“ 0,99 Euro im Monat oder 4,99 Euro im Jahr.
Wer keine zusätzliche App installieren will, findet Spritpreise auch in Google Maps. Nach einer Suche nach „Tankstelle“ erscheinen die aktuellen Preise in der Detailansicht der jeweiligen Station, während der Navigation lassen sich Tankstellen über die Stopp-Funktion entlang der Route anzeigen. Preisalarm und Prognosen fehlen allerdings.
Fazit: So nutzt ihr den Tankrabatt optimal
Der Tankrabatt entlastet Autofahrer bis Jahresende um bis zu 16,7 Cent pro Liter. Ob der volle Betrag ankommt, hängt aber von der Tankstelle ab. Wer vor allem Preise sehen und einen Alarm setzen will, ist mit „clever-tanken.de“ gut bedient. „ADAC Drive“ empfiehlt sich für Fahrer, die Navigation im Auto und Preise im Ausland wollen, ohne etwas zu bezahlen. „mehr-tanken“ spricht alle an, die sich beim Zeitpunkt beraten lassen möchten. Unabhängig von der App gilt: kurz vor 12 Uhr tanken, Autobahntankstellen meiden und für wenige Cent Ersparnis keine langen Umwege fahren.