Wir tun, was wir können: Die Natur fördern und schützen. Dies natürlich nicht nur "im Revier", sondern auch bei unternehmerischen Prozessen, wo immer möglich: zum Beispiel bei unseren Fahrzeugen, der Parkbeleuchtung, der Wärmegewinnung oder der Stromnutzung. Auszeichnungen haben wir dafür auch schon bekommen...
Photovoltaik
Mit einer großen Photovoltaik-Anlage sind wir seit 2025 am Start. Auf den Dächern unseres Betriebshofs installiert versorgt sie unsere Gebäude mit Strom. Mit rund 1.100 m² Dachfläche bringt die Anlage über 240 kWp Leistung. Damit könnten durchschnittlich 80 Vier-Personen-Haushalte versorgt werden. Der Strom wird größtenteils vor Ort genutzt, der Überschuss ins öffentliche Netz eingespeist. Ziel ist, in den energieintensiven Sommermonaten mehr eigenen Strom zu generieren.
Mit der Photovoltaik-Offensive treiben wir die Klimaneutralität Mannheims voran! Die Stadt plant im Rahmen ihrer Photovoltaik-Offensive, den jährlichen Stromverbrauch der Stadtverwaltung inklusive Eigenbetriebe und Schulen durch regenerative Energien bilanziell komplett zu decken. Bereits 39 Projekte mit einer Gesamtleistung von ca. 2.519 kWp wurden realisiert – das spart jährlich rund 1.335 Tonnen CO2.
Prinzip Schwammstadt
In der Insektenarena haben unsere Gärtner ein im Luisenpark neues Pflanzsystem getestet: Es ermöglicht Bäumen in versiegelten Flächen, langfristig und tiefgründig zu wurzeln. Außerdem führt es Oberflächenwasser so in den Boden ab, das es pflanzenverfügbar ist. Das ‚Stockholmer System‘ folgt dem Prinzip der Schwammstadt und ist ressourcenschonend, was den Einsatz von Materialien betrifft: Mittels dieser Technik konzipieren und mischen wir große Mengen an Erden selbst. Das spart weite Lieferwege und damit CO2. Und die Bäume sitzen in einem Wurzelraum aus der sog. Skeletterde (Grobschotter) mit speziellem Substrat aus Quarzsand, Pflanzenkohle und Kompost. Dies fördert ihr Wachstum, schützt vor Hitze und Starkregen und speichert Wasser für trockene Perioden. Ziel ist nach 1-2 Jahren, das Wässern fast vollständig einzustellen.
Abwasserwärmerückgewinnung
Mittels eines Wärmetauschers versuchen wir, warmes Abwasser energetisch zweitzuverwerten. Klingt erstmal kompliziert, aber so können die Gebäude in der Neuen Parkmitte klimafreundlich mit Wärme im Winter und Kühle im Sommer versorgt werden.
Wie der Name schon sagt, wird hierbei die im Abwasser enthaltene Wärme genutzt, die meist zwischen 10 und 20° C liegt. Mithilfe von Wärmetauschern und Wärmepumpen, die wir am östlichen Ende des Parks und unter den Gebäuden der Parkmitte installiert haben, lässt sich diese Wärmeenergie klimafreundlich nutzbar machen. Dafür haben wir sogar den Kutzerweiher geteilt: Um Verbindungsrohre zu legen von Tauscher zu Pumpe. Der Clou: Auf diese Weise können die neuen Gebäude nicht nur im Winter geheizt, sondern auch im Sommer klimatisiert werden.Dafür fließt das warme Abwasser über Rohre zum Wärmetauscher und gibt Energie an den integrierten Wasserkreislauf ab. Das erwärmte Wasser-Gemisch fließt dann zum Gebäude, das es heizt. Dort verdichtet eine Wärmepumpe die gewonnene Abwasserwärme und steigert das Temperaturniveau. Bei Klimatisierung, kommt eine reversible Wärmepumpe zum Einsatz.
Ressourcenschonende Governance
Auch ansonsten versuchen wir, Unternehmensprozesse in möglichst maximalem Einklang mit der Natur zu gestalten. Einige Beispiele: Noch vor der gesetzlichen Nitratrichtlinie verzichteten wir auf diese Art der Pflanzenförderung, die das Grundwasser belastete. Wir düngen ausschließlich organisch. Ebenso zeitig stellten wir die gesamte Parkbeleuchtung auf energiesparende LED-Systeme um. Unser gesamter Fuhrpark, d.h. alle Fahrzeuge der Greenkeeper, der Tierpflege und des Facility Managements, kommt längst ohne herkömmlichen Treibstoffe mit schlechter CO2-Bilanz aus, stattdessen fahren wir komplett elektrisch.
Last but not least tun unsere Teams der Zoologie viel im Artenschutz und unsere Gärtner sorgen tagtäglich für biodiverse Lebensräume, um das Überleben vieler Insekten zu sichern.
Eigene Kompostherstellung
Kompost: selbst gemacht – ein gärtnerischer Zugewinn! Im Luisenpark geht es seit einem Jahr auch beim Thema Düngung nachhaltig zu: Die Gärtner machen ihren eigenen Kompost! Das spart nicht nur Geld, die Eigenproduktion ist klimafreundlicher und der Kompost nährstoffreicher als herkömmlicher Industrie-Kompost.
Der Kompost Marke Luisenpark wird aus circa 230 Kubikmetern eigenen Grünschnitts und Parkabfällen wie zum Beispiel Ponyäpfeln oder abgemähten Rasen hergestellt. Dabei muss auf viele Einzelheiten geachtet werden, damit am Ende die Hälfte des Schnittguts zu Kompost wird, der zum Düngen genutzt werden kann.
Der Vorgang des Kompstierens hängt von der Feuchtigkeit, dem CO₂ Gehalt, der Temperatur und auch ein wenig von der richtigen Person ab! Hier im Luisenpark kümmert sich "Kompostchef" Tino Müller tagtäglich mit viel Engagement darum: Er legt den geschredderten Grünschnitt zuerst in längliche Haufen, passt danach auf, dass die Feuchtigkeit circa bei 60% liegt, indem er über die Haufen ein Fleece legt, um sie vor Sonne und zu viel Regen zu schützen. Er misst mit einem speziellen Handgerät den CO₂-Gehalt, nimmt die Temperatur ab und wendet insgesamt etwa 20 mal mit einer dafür konzipierten Treckergeführten „Kompostwendemaschine“ den Haufen, um ihn mit Sauerstoff zu versorgen. Der Kompost ist nach 8 bis 10 Wochen fertig, wenn der CO₂-Gehalt unter 8 % liegt. Das Ganze spart dem Luisenpark viel Geld und umgeht klimafeindliche Transportwege, die durch den Zukauf von Industriekompost entstünden. Das sog. anerobe Kompostieren wurde vom Schweizer „Kompost-Guru“ Urs Hildebrand erfunden und dem gärtnerischen Leiter, Moritz Ihling in den Luisenpark gebracht. Damit schließt sich der ökonomischen Kreislauf der Natur des Parks!
Nachhaltige Blumenbeete
Es gab lange Zeiten, in denen Besucherinnen und Besucher beim Eintreten in den Luisenpark im Frühling von einem Meer aus Tulpen begrüßt wurden. Zugegeben, diese "florale Großoffensive" war beeindruckend und man fühlte sich fast ins Tulpen-Eldorado Holland versetzt. Dennoch mussten dafür Hunderttausende Blumenzwiebeln im Winter eingepflanzt und nach der Tulpenblüte im Sommer wieder aus der Erde geholt werden, um dem Sommerflor Platz zu machen. Tulpen blühen nur kurz und viele sind maximal zweijährig, sodass diese Art der Bepflanzung nicht eben nachhaltig ist. Unser Gärtner zeigen im Frühling nach wie vor Tulpen und andere Blühpflanzen wie Dahlien, doch dies an einzelnen Stellen als optische Akzente. Im Grundsatz wurden unsere vielen Beete am Haupteingang auf mehrjährige Pflanzung ausgerichtet. Stauden und Gräser schmücken nun vor allem die Beete und stehen mit ihrem wilderen, natürlicheren Auftritt für eine sehr zeitgemäßere Ästhetik.
Mehr zu unseren Staudenbeeten, die Harald Sauer, einer der bedeutendsten Staudenexperten der Republik kreiert hat, hier...