Tanz, Theater und Performance
Unsere Theater-Tipps im September

Macht & Ohnmacht
Tiefgründige Tanz-Traumwelten eröffnen sich in den Werken des spanischen Choreografen Marcos Morau. „Der Grüne Tisch“ – eine Performance von 1932, die Willkür und Ohnmacht im Krieg thematisiert, dient als Ausgangspunkt für Morau, um historische Referenzen und Zitate in einen dichten Teppich an Impulsen für die Zuschauenden zu knüpfen. Das, was die Gegenwart für uns bereithält, ob Hoffnung oder Abgrund, wird hier auf die Bühne projiziert und durch Objekte und Körper dargestellt.
„Nachtträume“
am Sa, 12.9. + So, 20.9. + Sa, 26.9., jeweils um 19.30 Uhr im Großen Haus des Staatstheaters Darmstadt
Ohne Anstand
Auf der Suche nach einem Ort, um die Beute ihres Bankraubs zu verstecken, finden Hal und Dennis die Lösung: den Sarg von Hals kürzlich verstorbener Mutter. Die ergaunerten zwanzigtausend Pfund verschwinden darin in der Gewissheit, dass dort niemand suchen würde. Der zugehörige Witwer Mr. McLeavy ist unterdessen mit religiöser Andacht und Trauer beschäftigt. Aktuelle Fragen um eine Gesellschaft, die von Profitgier regiert wird, werden im Stück aufgegriffen und geben dem Publikum Einblicke in eine mögliche Welt.
„Beute (Loot)“
am Sa, 12.9. + Sa, 19.9. + Fr, 25.9., jeweils um 20 Uhr in den Kammerspielen des Staatstheaters Darmstadt
Fabrik oder Wald?
Eine Halbleiterfabrik soll gebaut werden, wirtschaftlich gesehen eine Bank für die Stadt, die Arbeitsplätze und somit auch Geld in die Kassen und Portemonnaies bringt. Doch, wo in großem Stil gebaut wird, müssen Feld und Wald verschwinden und werden durch Beton ersetzt. Zwei Lager bilden sich – pro und contra Fabrik – und der Konflikt wächst und macht aus Nachbarn Gegner. Alma, eine Jugendliche inmitten dieses Konflikts, hat eines Nachts einen Traum, aus dem eine Idee entspringt, mit der sie das Blatt wenden möchte. Für die Zuschauenden dieses Musicals steht Alma für eine ganze Generation: jung, laut, kreativ – und fähig, Lösungen für die Zukunft zu entwickeln.
„Worst case II – Almas Traum“
am Sa, 19.9. + So, 20.9. + Sa, 26.9. + So, 27.9., jeweils um 18 Uhr in der Stadtkirche Darmstadt
Kultur ist für alle
Erlebnisse und Gefühle, Gedanken und Utopien – Zuschauende dürfen eintauchen in die Perspektive der Teilnehmer:innen des Projekts „Anders. Gemeinsam – Komplizenschaft für Vielfalt“. Menschen mit Lernschwierigkeiten (mit sogenannter geistiger Behinderung) und solche ohne durchstreiften im Projekt gemeinsam die Centralstation, das Theater Moller Haus und das Hessische Landesmuseum. Nun teilen sie diese Erfahrungen in einer Performance und Ausstellung, und zeigen, wie mehr Teilhabe gelebt werden könnte und welche Ideen sie gemeinsam entwickelt haben.
„Inkludo“
am Sa, 5.9., um 15 Uhr im Theater Moller Haus
Alltägliche Tragikomik
Anni und Simmerl sind ein ganz gewöhnliches Ehepaar: Sie besuchen das Theater, unterhalten sich angeregt über Semmelknödel und über Fremde, suchen die verlegte Brille von Simmerl und gehen zu einer Orchesterprobe. Die Zuschauenden werden mitgenommen in Szenen des Komikers Karl Valentin und seiner Partnerin Liesl Karlstadt. Das Bühnenduo widmete sich zu seinen Lebzeiten – Anfang des 20. Jahrhunderts – humorvoll sprachlichen Verworrenheiten und der menschlichen Verlorenheit in der modernen Welt.
„Mögen hätt‘ ich schon wollen“
am Fr, 4.9. + Sa, 5.9. + Sa, 12.9. + Fr. 18.9. + Sa, 19.9. + Fr, 25.9. + Sa, 26.9., jeweils um 20 Uhr sowie am So, 13.9. um 18 Uhr auf der Neuen Bühne in Arheilgen
Literarisches Improtheater
Auf die Bücher, fertig, los! Ob schauriger Krimi, buntes Kinderbuch oder romantischer Kitschroman: geht alles, wenn die Schauspielenden des Improtheaters Vorlagen daraus in spontane Szenen verwandeln. Aus Euren (mitgebrachten) Bücher-Impulsen kreieren sie Geschichten, pflegen und hüten sie, sodass sie wachsen und sich auf der Bühne zu einem großen, Geschichtenkonstrukt ineinander verschlingen. So erwecken sie hinter dicken Einbänden verborgene Abenteuer zum Leben – und Sherlock Holmes reitet am Ende vielleicht doch auf Moby Dick durch die Nacht.
„Im Labyrinth der Bücher“
am Sa, 12.9., um 20 Uhr im Theater Moller Haus





