Archiv-Vegelahn

Familie Vegelahn

Karlo Vegelahn


Meine Eltern:  

Vater: Franciszek Kluszczyński (29. Sept. 1928  Kielp, Chelmno, Polen - 30. Apr. 1995 Sławno, Polen
Mutter: Brigitte Srowig (geb.Vegelahn) 25. Mrz. 1937  76-100, Sławno, Polen - 16. Apr. 1991 Göttingen 

Großeltern mütterlicherseits:

Paul Vegelahn
* 25. Apr. 1907 Wusterwitz, jetzt: Ostrowiez, Schlawe, Polen
+ 24. Mrz. 1945 Ungarn (gefallen)

Maria Vegelahn geb. Rekett 
* 7. Feb. 1908 Schlawe, jetzt: Sławno, Polen
+ 26. Sept. 1990 Osterode OT: Lasfelde,

Großeltern väterlicherseits:

Walenty Kluszczyński
* 13. Feb. 1873  Dubielno
+ 30. Sept. 1939 (erschossen)

Anna Kluszczyńska  geb. Dejewska
* 3. Sept. 1891  Cepno
+ 30. Sept 1939 (erschossen)

Die Brüder von Maria Vegelahn, geb. Rekett :
Albert Friedrich  *10. Okt. 1898 + ca. 1970 
Willi Rekett  *16. Apr. 1897  Lößnitz Erzgebirge.,  + 22. Dez. 1965  (1937-1945 in verschiedenen KZ´s)

 


 

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2005-01-27: Geweigert, die Waffe in die Hand zu nehmen

Harz-Kurier
vom
Donnerstag, 27. Januar 2005
, von mp/red
Tags
KZ-Sachsenhausen | Harz-Kurier | Pressemitteilung | Extern | Wewelsburg | Pommern | Familiengeschichte | KZ Ravenbrück | KZ-Sachsenhausen | Zeitungsartikel

OSTERODE (mp/red). Heute, am 27. Januar, dem 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, finden in ganz Deutschland Gedenkveranstaltungen statt, die an die unfassbaren Greuel der Nazi-Zeit erinnern. Gab es eigentlich auch Opfer in Osterode? Dieser Frage geht seit Jahren der Osteroder Karlo Vegelahn nach. Beim Durchblättern der Akten im Osteroder Stadtarchiv stellte er. fest, dass Personen aus allen Schichten der Willkür des NS-Regime ausgesetzt waren. Im Laufe der Jahre würden viele Opfer vergessen, dazu zählten die Flüchtlinge, die erst nach 1945 nach Osterode kamen und somit nicht in den Osteroder Akten zu finden sind.

Einer davon, so Vegelahn, war der Dachdeckermeister Willi Rekett aus Pommern. Er berichtet im Jahr 1947: „Der Weltkrieg hatte mich zu einem Kriegsgegner gemacht.

Das vorhergehende Regime war ein Feind aller Wahrheits- und Gerechtigkeitsliebender, und somit setzte schon im Anfang der dreißiger Jahre die Verfolgung ein, und am 24. Oktober 1936 wurde ich von der Gestapo Köslin in Pommern auf Grund des Gesetzes zum Schutz von Volk und Staat verhaftet.“ Willi Rekett war Zeuge Jehovas.

Der vierfache Familienvater kam vor das Sondergericht Stettin und wurde zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt und anschließend dem Konzentrationslager überwiesen.

„Hier stigmatisierten die Nationalsozialisten die Häftlinge mit gesonderten Zeichen. Außer dem Judenstern wurde die in jeder Hinsicht variierende Kommunität der Häftlinge ab 1938 allmählich durch Dreiecke (Winkel) auf den blau-weiß gestreiften Sträflingsuniformen unterschieden: Rot bezeichnete Politische, Grün Kriminelle, Schwarz Asoziale, Blau Emigranten, Rosa Homosexuelle, Braun Zigeuner und Lila Zeugen Jehovas“, weiß der Osteroder Hobbyforscher. Die vehemente Weigerung beispielsweise der Zeugen Jehovas, eine Waffe in die Hand zu nehmen und ihr öffentliches Predigen wurde vom NS-Regime nicht toleriert. Willy Rekett war in den Jahren 1937 bis 1945 in Sachsenhausen, Niederhagen (Wewelsburg) und als letzte Station im KZ Ravensbrück. Von hier musste er sich mit tausenden von Häftlingen auf den Todesmarsch in Richtung Ostsee begeben. Unterwegs wurden sie durch die russischen Streitkräfte befreit.

Zunächst brachte er einen seiner Glaubensbrüder nach Tilsit und erst dann begab er sich trotz mancher Hindernisse nach Hause, also nach Schlawe in Pommern. Er schreibt in seinem Bericht: „Von meinen vier Kindern fand ich zwei vor. Meine älteste Tochter, welche durch meine Stellungnahme viele Schwierigkeiten hatte, verstarb am 5. Juni 1946. Eine zweite im Alter von 20 Jahren, ist wahrscheinlich verschleppt, der Sohn am 30. Januar 1945 eingezogen, hat bisher keinerlei Lebenszeichen von sich gegeben.“

Am 1. September 1946 verließ er Haus und Hof mit Handgepäck und kam dann nach Osterode. Fast zehn Jahre hatte er, wie er selber schrieb, „unter untragbaren Zuständen sein Leben gefristet.“ Dies alles musste er ertragen, weil er eine feste religiöse Überzeugung hatte.

Hier in Osterode war er zusammen mit Karl Minne, den er im KZ kennen gelernt hatte, maßgeblich an dem Aufbau der Gemeinde der Zeugen Jehovas beteiligt. Als schwer kranker Mann starb er am 22. Dezember 1965 in Osterode.

Albert Friedrich Rekett: Mein Lebensweg

Tags
Lübeck | Pommern | Familiengeschichte | Geschichte der Zeugen Jehovas | NS-Zeit | Magdeburg | Polen | Jehovas Zeugen | Bibelforscher

 

(1898-1972)

 Lebensbericht mit ergänzenden Anmerkungen von Karlo Vegelahn (Neffe)

  

Ich bin am 5. Oktober 1898 in Lößnitz (Erzgebirge) geboren. Meine Vorfahren väterlicherseits stammen aus Frankreich und waren um des Glaubens willen, verfolgte Hugenotten [1]. Meine Mutter entstammt einer tief evangelischen Familie aus Sachsen [2].

- Im Jahre 1900 ging mein Vater [3] in seine Heimat nach Pommern zurück und es wurden ihm 10 Kinder geboren [4]. Meine Eltern glaubten immer nur der Bibel und gehörten der organisierten Kirche nicht an. Besonders durch meine Mutter wurden wir Kinder schon sehr früh im Worte Gottes unterwiesen. Als ich 9 Jahre alt war, wurde ich von Mutter angewiesen das Neue Testament durchzulesen. Im Jahre 1907 hatte mein Vater – der, ein Baugeschäft betrieb – zwei gute gläubige Freunde mit denen er jeden Sonnabend Bibelstudien abhielt. Zufällig erhielt einer der Freunde einen "Zions-Wachtturm" einliegend mit einem Traktat; "Wo sind die Toten" zugesandt. Das war uns allen sehr interessant zu lesen.

Etwas später hatte meine Mutter Gelegenheit durch einen Kolporteur die 3 Bände der Schriftstudien [5] von Pastor Russell zu erwerben, die sie mir zum Studium sehr an das Herz legte und ich es auch begierig tat. Ich war nun inzwischen 14 Jahre geworden und gemäß meiner gewonnen Erkenntnis ließ ich mich nicht konfirmieren, trotzdem ich von außen sehr bedrängt wurde.

Gelegentlich einer Besuchsreise nach Sachsen fuhren meine Eltern über Berlin und hatten dort Gelegenheit den öffentlichen Vertrag: „Der Tag der Rache 1914". gehalten von Brd. Russell [6] zu hören. 

Sie waren sehr begeistert. Im Jahr 1913 ließen sich beide taufen. Ihre durch die Schriften und das Wort Gottes gewonnene Erkenntnis haben sie sofort immer anderen Freunden und Bekannten übermittelt. Ein besonderer Freund meines Vaters - ein Korbmachermeister hatte mich sehr in sein Herz geschlossen und stärkte meinen Glauben sehr mit Rat und Tat. Es kam das Jahr 1914 und wir warteten alle sehr gespannt auf das "Ende der Zeiten der Nationen" Im März desselben Jahres kam ein Pilgerbruder der Gesellschaft und hielt in unserer Heimatstadt Schlawe - Pommern - den Vortrag "Der Tag der Rache 1914" und "Wo sind die Toten?“ Mit meinen Eltern und uns Kindern besuchten damals schon ca. 500 Menschen diese Vorträge und alle waren sehr begeistert zumal der Redner sagte, daß in wenigen Monaten der große Krieg ausbrechen würde. Es gab auch andere Menschen, die dieses nicht glaubten und aggressiv Stellung dagegen nahmen. Es war schon damals eine schöne Zeit des Kampfes mit den Waffen des Geistes.

Durch Beruf und Schule kam ich 1917 nach Stolp i. Pom[mern]. und fand dort bald eine kleine Versammlung der Bibelforscher vor, was mich sehr erfreute und ich blieb eng mit ihnen verbunden. Wir studierten viel den 7. Band der Schriftstudien, der sehr aktuell war. Da die Provinz Pommern dem 7. Armeekorps unterstellt war, unterlag sie nicht dem Verbot, wie im übrigen Deutschland. Wir konnten uns in der Predigttätigkeit frei und freudig bewegen. Gelegentlich einer Besuchsreise von Bruder Herkendell ermunterte mich dieser, ganz besonders gutes Zeugnis abzulegen und wenn ich es ermöglichen könnte ganz und gar in den Predigtdienst zu gehen. Hier in Stolp wurde ich dann am 19.1.1918 getauft, Hier schon hatten die Brüder einen Studienraum eingerichtet, der sich bald immer mehr und mehr füllte. - Im Jahre 1918 als ich nach Schlawe nach Hause besuchsweise kam, gründete ich im Hause meiner Eltern [7] eine Versammlung. Wir waren sehr begierig Elternhaus von Albert Rekett nach immer neuer Erkenntnis und freuten uns sehr indem wir jedem von diesen Köstlichkeiten erzählten. Doch es gab auch sehr viel Widerstand in dieser kleinen Stadt, besonders von der Geistlichkeit. Ich hatte nämlich dem Pastor eine Ansichtskarte "Ihr habt den Schlüssel der Erkenntnis weggenommen" und mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt." gesandt. Dadurch erbost berief er eine Kirchenversammlung und erklärte diese Schriftstelle nach seiner Art u. Verstehen. Viele unserer Freunde die auch in dieser Versammlung waren, kamen nun zu mir nach Hause und baten mich um eine weitere Erklärung dieser halb, was ich auch nach der Schrift tat, wie wir es damals verstanden. Es waren ca 30 Personen und ich konnte den Vortrag halten: "Drei Welten und was Gott zugelassen hat." Dadurch wuchs die Versammlung und das gerade deshalb wegen des Angriffes des Pastors. Ein Foto unserer Versammlung in Schlawe liegt bei.

Ende des Jahres 1918 hielten wir in einigen grösseren Dörfern Vorträge wo meist immer 300-400 Personen kamen [8]. Einem Pastor, der am Schluß eines solchen Vortrages sagte: der Profet Jesaja hätte sich längst erfüllt … las ich ihm Jesaja 2 vor ....“ sie werden den Krieg nicht mehr lernen ... und bewies ihm, daß dieses künftig geschehen wird.


Bibelforschergruppe Schlawe 1920

 Abbildung  Bibelforschergruppe Schlawe um 1920

 

 

Abbildung  Die 6 Schwestern von Albert Rekett um 1920
auf dem Tisch das Manna-Buch

1920 wurden in Köslin und Rügenwalde (Pommern) ebenfalls zeitgemäße Vortrage gehalten, die fast immer von mehreren 100 bis tausend Personen besucht wurden. Es war ein Hunger im Lande nach Wahrheit.

Im Jahre 1925 besuchte uns in Schlawe gelegentlich einer „Pilgerreise" Bruder Baron von Tornow [9] . Dieser gab mir den Rat, mich dem Bethel - damals Barmen - zur Verfügung zu stellen. Ich tat es und am 5.8.22 trat ich als Kolporteur ein. - Nachdem man mich hier in Augenschein genommen hatte und gemäß meiner Erfahrungen im Baufach wußte, bekam ich den Auftrag, eine Baracke zur Vergrößerung der Druckerei zu bauen. Diese wurde in Schlawe ausgebaut und dann per Bahn nach Barmen transportiert.

Ich blieb im Bethel und war zuerst in der Druckerei tätig. Wie auch heute haben wir immer in freien Stunden die Königreichsbotschaft verbreitet. Als die 7 Zornschalen vom Jahre 1922 - 28 aus gegossen wurden, wurde ich nach Kassel, Hannover Königsberg Ostpr. und noch andere Städte vom Werk gesandt, um die zeitgemässe Botschaft mittels Vorträge und Kolportage unter den Menschen zu verbreiten.

Bei einer Hauptversammlung in Stuttgart [10] beauftragte man mich für die Vergrößerung des Werkes ein Grundstück resp. Haus für die Druckerei in irgendeiner Stadt dort unten zu suchen. Das tat ich mit Eifer und der Herr führt mich nach Magdeburg. Hier traf ich einen Bruder, der Arzt war und ihm erzählte ich von meinem Auftrag. Da wir in seinem Behandlungsraum waren meldete sich hinter dem Vorhang ein Mann, der interessiert fragte, was das für ein Haus sein solle.- Durch diesen Mann, den der himmlische Vater sichtbar geführt hatte, konnten wir zur Erwerbung des sogenannten "Kristallpalastes" in Magdeburg kommen. Dadurch spürten wir deutlich die Hand des Herrn und der Leiter des Werkes sandte ein Blitztelegramm an Brd. Rutherford, der uns wieder durch Blitztelegramm 6000 Dollar übersandte. Wir nahmen sofort einen Umbau des Hauses vor sodaß die Bethelfamilie mit ca 42 Personen dort einziehen konnte [11]. Weiter wurden auf diesem Grundstücke verschiedene Um- und Neubauten errichtet; u. a. auch der große Harfensaal für ca. 1000 Personen. Hier konnte ich meine Baukenntnisse und Kraft gut anwenden.[12]

 

Die Brüder beim Neubau des Bibelhauses - Magdeburg

 

Bibelhaus Magdeburg

Speise und Andachtssaal

Speise und Andachtssaal

Inzwischen wurde ich vom Werk nach Ostpreussen geschickt um den Versammlungen dort zu dienen und ihnen bei der Vergrößerung und Ausdehnung behilflich zu sein. Ich kann mich noch sehr gut entsinnen, daß wir bei einem grossen Öffentlichen Vortrage in Königsberg, am 12.12.1922 in dem größten Konzertsaal - der Stadthalle ca 5500 Personen zählten.

In der Zwischenzeit von 1922-26 war ich in Schlesien bei den verschiedenen Versammlungen der großen Städte als Vortragsredener, Kolporteur und Dienstleiter tätig. Durch meine Verheiratung blieb ich in Ostpr. zuerst Königsberg, Pillau und Gumbinnenals Versammlungsdiener, Dienstleiter sowie verbindendes Glied zwischen dem Werk und den Versammlungen, außer meinem Berufe . Dann kam es 1936 am 13.3. zur Inhaftierung. Wir machten am 7.10.34 die große Telegrammaktion an Hitler [13] mit und manches andere mehr, was vom Werk angeordnet war. Ich war beim Kreisbauamt in Gumbinnen [14] tätig in verantwortungsvoller Dienststellung. Nachdem ich wegen mehrfacher Aufforderung den deutschen Gruß ablehnte und auch nicht in die Partei eintrat, was für meine Ernennung zum Kreisbaumeister erforderlich sein sollte, wurde ich fristlos entlassen. Von der Gestapostelle Tilsit wurden allerhand Bespitzelungen gegen mich vorgenommen und so führte es zwangsläufig am 13.3.36 zu meiner Inhaftierung. Außer mir, meiner Frau und den meisten anderen Brüdern der Versammlung wurden wir im September 36 [15] zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Im Oktober 1938 war meine Haft um und ich sollte sofort in das Konzentrationslager weiter überführt werden. Aus mir bis heute noch unerklärlichen Gründen und weil ich auch sehr krank war, kam es nicht dazu Ich wurde entlassen, blieb aber unter Gestapoaufsicht und wurde auch auf meiner neuen Dienststelle - der Ostpr[eußischen]. Heimstätte - immer bespitzelt. Trotzdem hat der Herr Jehova mir immer noch Menschen zugeführt, mit denen ich über die Wahrheit sprechen und sie trösten konnte. Mein Weg führte mich weiter nach dem Baltikum, wo ich in verschiedenen größeren Städten für die dortige Reichsbahn Bauten ausführen mußte. Hier traf ich verschiedene Brüder, die auch dort beschäftigt waren und wir hatten trotz des noch immer bestehenden Verbotes gute Gelegenheit zu predigen und uns aufzuerbauen. Ich war sehr glücklich, daß ich auch unter der baltischen Bevölkerung Brüder traf und kennen lernte, die sämtliche Literatur versteckt hielten und sich allmählich zu erkennen gaben. Wir konnten uns trösten und ermuntern und uns im Worte Gottes erbauen, wenn auch unter Drangsal.

1944 wurde Riga von den Russen eingenommen und ich kam über Windau in die sibirische Gefangenschaft. Als ehemals Verfolgter kam ich von dort aber nach einigen Monaten frei und nach Deutschland. Auch unter den Gefangenen, die sehr viel verzweifelt waren konnte ich durch Gottes Wort und seine Wahrheit Trost spenden. Trotzdem nahmen sich viele von den Deutschen das Leben.

Im Oktober 1945 führte mich mein Weg von Sibirien über Frankfurt a.d.0 nach Berlin. Ich war damals sehr krank an Ruhr und Typhus. Gleich auf dem Bahnhof traf ich einen Königsberger Bruder, der mir den Weg in die neu eröffneten Versammlungen wies. (Der Leiter des damaligen Werkes in Berlin Brd. Großmann [16] ermunterte mich, mich dem Werk  zur Verfügung zu stellen, was ich auch tat, zumal meine Familie von der Flucht aus unauffindbar war. Die Gesellschaft ernannte mich als Sonderpionier für Berlin-Land. Hier war ich bis zum April 46 tätig. Da sich meine Familie inzwischen eingefunden hatte, kamen wir über ein Landgebiet bald - Juni 46 - nach Lübeck [17]. Die Versammlung war im Wiedererstehen, ich wurde ernannter Schuldiener, Zeitschriften- u. Gebietsdiener, auch  Studienleiter u. Verkündiger. Außer 2 Jahren war ich Pionier, dann verschiedentlich anschließend Ferienpionier.

Jetzt bin ich 72 Jahre alt - und da meine Kräfte zusehends nachgelassen haben, bin ich jetzt nur in der Lage vermehrten Felddienst zu machen. Die Schüttellähmung läß nicht mehr den Dienst zu, den ich gerne noch machen möchte.

Willy, Maria und Albert Rekett in Osterode (ca.1964)

Ich habe immer noch die himmlische Hoffnung wie ich es 1918 hatte, sehe ich doch mit erquickender Wertschätzung die weltweite Ausbreitung des Werkes Jehovas und bin sehr glücklich auf dem Wege nach Zion.

Dazu möchte mir Jehova Seine unverdiente Güte und Liebe schenken.

Mit Psalm 91 bin ich Euer Bruder

 

 

Albert Rekett

2400 Lübeck,

Nettelbeckstr. 15

 

Abbildung: Ansichtskarte: "Ihr habt den Schlüssel der Erkenntnis weggenommen"

  
 

Verloren ging der Schlüssel der Erkenntnis,

Mein Wort zu öffnen einer blinden Welt (Luk. 11,52)

Ihr habt in irrendem Bekenntnis, (Jes. 28,8)

Des Vaters Bild beschmutzt, verzerrt, entstellt!

Ist Gott ein Mensch, der ewig quälet (1.Joh. 4, 8)

Zur Hölle den verdammt, der nicht erwählet?

Ihr lehrt Dreieinigkeit und andre wirre Lehren,

Verfolget die, die Gott wahrhaftig ehren …. (Jes. 66,5)

Hinweg mit euch! – Durch treue Diener Mund

Mach ich mein Königreich den Menschen kund. (Hos. 4,6)

Die Sonne der Gerechtigkeit geht glorreich auf, (Mal. 4,2)

Ja, Heilung, Sieg und Freude bringt ihr Lauf!

 

 


[1] Um das Jahr 1685 flüchteten fast 50.000 Hugenotten nach Deutschland. Etwa 20.000 davon ließen sich in Brandenburg-Preußen nieder, wo Kurfürst Friedrich Wilhelm ihnen mit dem Edikt von Potsdam besondere Privilegien gewährte


[2] Selma Marie Georgi, geb. am 24.04.1874 in Lößmitz (Erzgebirge)


[3] Wilhelm Friedrich Albert Rekett geb. am 27.12.1875 in Schlawe/Pommern heute Sławno / Polen


[4] Laut Angaben von Maria Vegelahn, geb. Rekett (Schwester von Albert) waren es 9 Kinder, vielleicht gab es eine Fehlgeburten von denen die jüngeren Geschwister nichts wussten.

1.    Karl *1895 ?;

2.    Willi *16.04.1897 22.12.1965;

3.     Albert Friedrich *05.10.1898 +1971?;

4.     Selma Dux, geb. Rekett *1901 +1972;

5.     Toska Nähring, geb. Rekett, *1903 +1955;

6.     Anna Zoske geb. Rekett *1904 +1981;

7.     Herta Schulz, geb. Rekett *1906 +1971;

8.     Maria Martha Helene Vegelahn, geb. Rekett *07.02.1908 +26.09.1990;

9.     Else Mitte, geb. Rekett *29.11.1911 +13.03.1969


[5] Hierbei handelt es sich wahrscheinlich um die ersten 3 Bänder der Schriftstudien: Band I: Der Plan der Zeitalter, Band II: Die Zeit ist herbeigekommen, Band II: Die Zeit ist herbeigekommen


[6] Der Wachtturm, Januar 1912 Seite 12, Ankündigung seiner Reise

Der Wachtturm, August 1912 Seite 114, Bruder Russels Europareise;

Der Wachtturm Oktober.1912 Seite 159, 160, Bruder Russells jüngste Europareise,

Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1974, Seite 77:

Bruder Russells Europareise im Sommer des Jahres 1912 führte nach München, Reichenbach, Dresden, Berlin, Barmen und Kiel. Für seinen öffentlichen Vortrag hatte er sich das vielversprechende Thema „Jenseits des Grabes“ gewählt. Der Vortrag wurde auf sehr großen Transparenten angekündigt, auf denen mehrere Kirchen dargestellt waren, die dafür bekannt sind, daß sie die Lehren von der Unsterblichkeit der Seele und von der Hölle vertreten. Im Vordergrund war eine große Bibel zu sehen, die mit einer an einer Stelle gerissenen Kette umschlungen war. Im Hintergrund stand Bruder Russell, der auf die Bibel zeigte. Diese Transparente erregten in vielen Städten einen Aufruhr, und einige Polizeibehörden verhinderten, daß sie angeschlagen wurden. Aber dennoch kamen jeweils 1 500 bis 2 000 Personen, um den Vortrag in München, Dresden und Kiel zu hören.

Der öffentliche Vortrag war auch in Berlin gut angekündigt worden. Die Zeitungen hatten mehrmals mit ungewöhnlich großen Anzeigen auf dieses Ereignis aufmerksam gemacht, und an allen Litfaßsäulen waren unsere Plakate zu sehen. Außerdem waren die Botenjungen aller führenden Zeitungen gemietet worden, um den Vortrag mit anzukündigen. Diese Botenjungen trugen blau-weiße Hosen und weiße Kappen, die, mit einem Band gehalten, schräg auf dem Kopf saßen. Vorn und hinten trugen sie Plakate und rasten mit ihren Rollschuhen durch die Straßen der Stadt. Immer, wenn diese Jungen irgendwo in Berlin auftauchten, wußte jeder, daß etwas Großes bevorstand.

Daher ist es verständlich, daß schon am frühen Nachmittag große Menschenmengen nach Friedrichshain strömten, um im größten Saal der Stadt, der etwa 5 000 Personen faßte, Bruder Russells Ansprache zu hören. Bereits Stunden bevor der Saal geöffnet wurde, war das ganze Gebiet belagert. Die unerwartet große Menschenmenge wuchs von Stunde zu Stunde, und die vorhandenen Beförderungsmittel reichten nicht mehr aus, um die Menschenmassen aufzunehmen. Viele, die es sich leisten konnten, kamen mit einer Pferdetaxe vorgefahren. Viele andere konnten überhaupt nicht dorthin gelangen, weil die Verkehrsmittel überfüllt waren. Die Polizei riegelte das Gebiet ab, und es wurde geschätzt, daß 15 000 bis 20 000 Personen keinen Einlaß mehr in den zum Bersten gefüllten Saal fanden. Eifrige Brüder und Schwestern nahmen die Gelegenheit wahr und verbreiteten Tausende von Traktaten sowie eine große Anzahl der Schriftstudien und anderer Schriften unter den vielen Tausenden, die im Saal keinen Platz mehr fanden. Bruder Russell konnte daher wirklich mit dem befriedigenden Gefühl abreisen, bei seinem letzten Besuch in Berlin ein eindrucksvolles Zeugnis gegeben zu haben


[7] Das Foto zeigt das Haus um 1920. Im Jahre 1923 wurde das Haus in Folge der Inflation verkauft. Die Familie zog dann in die Pollnower Siedlung war sieoh ein anderes Haus besaßen.

Eine Nachbarin, ihr Mann hatte bei meinem Großvater Paul Vegelahn in der Gärtnerei gearbeitet, erzählte mir in den 1990er Jahren, das sie dort mit ihrem Mann eine Bibelstunde, bei einer "Sekte" mit gemacht hat.    


[8] Folgende Besuche wurden in der Zeitschrift Wachtturm in den Jahren 1919-1922 erwähnt: 

Köslin: 
22.01.1919  Brd. Bernhard Buchholz 1919 - Der Wachtturm und Verkündiger der Gegenwart Christi, Febuar 1919, S.18
08.07.1920 Brd. Bernhard Buchholz 1920 - Der Wachtturm und Verkündiger der Gegenwart Christi, S.98
09.1921 Brd. Karl Wellershaus 1921 - Der Wachtturm und Verkündiger der Gegenwart Christi, August 1921, S.128
03.1922 Brd. Alfred Decker 1922 - Der Wachtturm und Verkündiger der Gegenwart Christi, März 1922, S.48

Neumalchow:
09.07.1920  Brd. Bernhard Buchholz 1920 - Der Wachtturm und Verkündiger der Gegenwart Christi, Juli 1920, S.98
09.1921   Brd. Karl Wellershaus 1921 - Der Wachtturm und Verkündiger der Gegenwart Christi, August 1921, S.128

Rummelsburg:
23.01.1919 Brd. Bernhard Buchholz 1919 - Der Wachtturm und Verkündiger der Gegenwart Christi, Febuar 1919, S.18
13./14.07.1920 Brd. Bernhard Buchholz

1920 - Der Wachtturm und Verkündiger der Gegenwart Christi, Juli 1920, S.98

Schlawe: 
23.01.1919 Brd. Bernhard Buchholz Wachtturm Febuar1919, S.18
10.07.1920 Brd. Bernhard Buchholz 1920 - Der Wachtturm und Verkündiger der Gegenwart Christi, Juli 1920, S.98
09.10.1920 Brd. Hermann Herkendell 1920 - Der Wachtturm und Verkündiger der Gegenwart Christi, Oktober 1920, S.146
09.1921 Brd. Karl Wellershaus 1921 - Der Wachtturm und Verkündiger der Gegenwart Christi, August 1921, S.128
03.1922  Brd. Alfred Decker 1922 - Der Wachtturm und Verkündiger der Gegenwart Christi, März 1922, S.48

Stolp:
11/12.07.1920 Brd. Bernhard Buchholz 1920 - Der Wachtturm und Verkündiger der Gegenwart Christi Juli 1920, S.98
10.10.1920 Brd. Hermann Herkendell 1920 - Der Wachtturm und Verkündiger der Gegenwart Christi Oktober 1920, S.146


   


[9] Maria Vegelahn, geb. Rekett, erzählte dass sie für den Grafen von Tornow ihr Bett zur Verfügung stellen musste


[10] Der Wachtturm November / Dezember 1920, 162: Hauptversammlung in Stuttgart 01./02. Januar 1921


[11] Zürcher, Franz, Kreuzung gegen das Christentum, S. 79:

Bescheinigung vom Polizeipräsidenten der Stadt Magdeburg:

„1 8021             Betrifft:  Form. Nr.13  politisch Bescheinigung:

Die Internationale Bibelforscher - Vereinigung sowie auch deren Zentrale, die Wachtturm Bibel- und Traktat-Gesellschaft, hat seit dem 18. Juni 1923 ihren Sitz in Magdeburg. Auf Grund der Akten und der amtlichen Feststellungen wird hiermit be­scheinigt, daß die Internationale Bibelforscher -Vereinigung als eine Gemeinschaft zu betrachten ist, die sich ausschließlich mit biblisch-religiösen Fragen befaßt Sie ist bisher nicht politisch hervorgetreten. Staatsfeindliche Tendenzen sind nicht beobachtet worden.

Magdeburg, den 14. September 1932.

der komm. Polizeipräsident

(Stempel)                                    (Gez.) Freiherr von Nordenflycht.“


[12] Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1974 S. 97-99 Deutschland (Teil 1) ***

Die verantwortlichen Brüder erkannten bald, daß die Maschinen, die in Barmen zur Verfügung standen, nicht ausreichten. Offensichtlich unter der Leitung des Geistes Jehovas wurde ihre Aufmerksamkeit auf Magdeburg gelenkt, wo ein Grundstück zum sofortigen Kauf zur Verfügung stand. Obwohl sich die Gesellschaft schnell entscheiden mußte, kaufte sie das Grundstück an der Leipziger Straße. Der offizielle Wechsel von Barmen nach Magdeburg erfolgte am 19. Juni 1923. Plötzlich besetzten französische Truppen das Rheinland und das Ruhrgebiet, auch Barmen und Elberfeld. Das bedeutete natürlich, daß die Post, der Bahnhof und die Reichsbank ebenfalls besetzt wurden, und dadurch wäre es sehr schwer gewesen, die Versammlungen von Barmen aus zu betreuen. Im Jahresbericht von 1923 hieß es über dieses Ereignis: „Eines Morgens traf im Brooklyner Hauptquartier die Nachricht ein, daß das deutsche Werk ungefährdet nach Magdeburg umgezogen sei. Gleich am nächsten Morgen meldeten die Zeitungen, daß die Franzosen Barmen in Besitz genommen hätten. Wir dankten dem teuren Herrn für seinen Schutz und Segen.“

Nun konnten wir den Wacht-Turm in unserer eigenen Druckerei herstellen. Die erste Ausgabe, die dort gedruckt wurde, war die vom 15. Juli 1923. Drei oder vier Wochen später wurde eine große Flachpresse mit automatischem Anleger aufgestellt, und man begann, am ersten Band der Schriftstudien zu arbeiten. Gleich danach wurde das Buch Die Harfe Gottes auf der gleichen Maschine gedruckt.

Aber es wurden noch mehr Maschinen benötigt. Aus diesem Grunde bat Bruder Balzereit Bruder Rutherford um die Erlaubnis, eine Rotationsmaschine zu kaufen. Bruder Rutherford erkannte die Notwendigkeit und stimmte zu, doch nur unter einer Bedingung. Er hatte beobachtet, daß sich Bruder Balzereit im Laufe der Jahre einen Bart hatte wachsen lassen, der dem Bart sehr ähnlich sah, den Bruder Russell getragen hatte. Sein Beispiel machte bald Schule, denn es gab auch andere, die so aussehen wollten wie Bruder Russell. Dies hätte natürlich leicht zur Menschenverehrung führen können, und das wollte Bruder Rutherford vermeiden. Daher sagte er Bruder Balzereit bei seinem nächsten Besuch in Anwesenheit der gesamten Bibelhausfamilie, er könne eine Rotationspresse kaufen, doch nur unter der Bedingung, daß er seinen Bart abnehmen ließe. Bruder Balzereit stimmte schweren Herzens zu und ging danach zum Friseur. In den folgenden Tagen gab es manche Verwechslung und auch einige heitere Situationen, weil der „Fremde“ manchmal von seinen Mitarbeitern nicht erkannt wurde.

Ein Jahr später konnte bereits der erste Teil der Maschine im Kellergeschoß aufgestellt werden, und der zweite Teil wurde kurz darauf geliefert. Nun konnte man von einer gut ausgerüsteten Druckerei und Buchbinderei sprechen, und es konnten täglich 6 000 rund 400 Seiten starke Bücher hergestellt werden.

In den Jahren 1923 und 1924 nahm die Literaturverbreitung sehr zu. Um mit dem Bedarf Schritt halten zu können, kaufte die Gesellschaft 1925 ein Grundstück, das an ihr erstes Gebäude grenzte. Die Ausrüstung der Druckerei sowie der Buchbinderei wurde ergänzt und verbessert. Auf dem neu erworbenen Grundstück wurde ein fester Betonbau errichtet, der im Erdgeschoß die Buchbinderei und die Flachpressen aufnehmen konnte und wo auch Platz für zwei Rotationsmaschinen war, während im ersten Stock die Setzerei und andere der Vorbereitung dienende Abteilungen untergebracht wurden und im zweiten Stock das Büro. Dennoch war es oft erforderlich, Überstunden zu machen, denn es wurde immer mehr Literatur verbreitet. Eine zweite Rotationsmaschine wurde im Jahre 1928 angeschafft, aber der Bedarf war so groß, daß die Brüder die Maschinen in zwei Schichten von je zwölf Stunden laufen ließen, sogar sonntags. Das bedeutete, daß die Maschinen mehrere Jahre lang ununterbrochen Tag und Nacht liefen. In der Buchbinderei war es natürlich ähnlich, da die Brüder dort die gedruckte Literatur weiterverarbeiten mußten. Auf diese Weise war es möglich, daß täglich 10 000 Bücher hergestellt wurden.

Nun ergab sich auch die Möglichkeit, auf dem neu erworbenen Grundstück eine würdige Versammlungsstätte zu errichten. Sie wurde geschmackvoll ausgestattet und faßte etwa 800 Personen. Die Brüder nannten sie den „Harfensaal“, ohne Zweifel aus Wertschätzung für das Buch Die Harfe Gottes.

Diejenigen Glieder der Bibelhausfamilie, die sonntags abkömmlich waren, fuhren mit einem großen Lastwagen, auf dem für vierundfünfzig Mitarbeiter Notsitze errichtet worden waren, aber auch mit Bussen, mit der Eisenbahn, mit Personenwagen sowie mit Fahrrädern in die nähere und weitere Umgebung von Magdeburg, um sich am Predigtwerk zu beteiligen. Sie arbeiteten in einem Umkreis von einigen hundert Kilometern und konnten die Grundlage für viele Versammlungen legen.

Im Laufe der Zeit stieg die Zahl der Bibelhausarbeiter auf über zweihundert.


[13] Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1974 S. 132-133 Deutschland:

Vom 7. bis 9. September 1934 wurde ein Kongreß in dem Mustermesse-Gebäude in Basel (Schweiz) organisiert. Bruder Rutherford hoffte, dort eine Anzahl Brüder aus Deutschland zu treffen, um von ihnen etwas aus erster Hand über die tatsächliche Situation in diesem Land zu erfahren. Unter großen Schwierigkeiten gelang es fast 1 000 Brüdern aus Deutschland, den Kongreß zu besuchen. Später berichteten sie, wie erschüttert Bruder Rutherford war, als er persönlich hörte, wie die Brüder bis dahin schon hatten leiden müssen.

Andererseits mußte er erkennen, daß selbst die reisenden Aufseher, die anwesend waren, hinsichtlich des Predigtwerkes nicht einer Meinung waren. Er sprach mit ihnen darüber, welche Schritte in Deutschland nach dem Kongreß unternommen werden sollten. Es wurden Pläne für ein vereintes Handeln geschmiedet.

Der 7. Oktober 1934 wird in der Erinnerung all derer, die das Vorrecht hatten, an den Ereignissen jenes Tages teilzunehmen, immer etwas Besonderes bleiben. An jenem Tag wurden Hitler und seine Regierung mit dem furchtlosen Handeln der Zeugen Jehovas — in seinen Augen eine lächerliche Minderheit — konfrontiert.

Nähere Einzelheiten enthielt ein Brief von Bruder Rutherford, von dem durch besondere Boten jeder Versammlung in Deutschland ein Exemplar zugestellt werden sollte. Gleichzeitig hatten die Boten den Auftrag, Zusammenkünfte, die an diesem bestimmten Tag in ganz Deutschland stattfinden sollten, vorzubereiten. In dem Brief Bruder Rutherfords hieß es auszugsweise:

„Jede Gruppe der Zeugen Jehovas in Deutschland versammle sich am Sonntagmorgen, den 7. Oktober 1934, um 9 Uhr an einem geeigneten Platz ihres Wohnortes. Dann soll diese Mitteilung der versammelten Gruppe vorgelesen werden. Darauf werdet Ihr gemeinsam zu Gott beten und ihn durch Christus Jesus, unser Haupt und unseren König, um Führung, Schutz, Befreiung und um seinen Segen bitten. Unmittelbar darauf sollt Ihr an die Regierungsbeamten Deutschlands ein Telegramm senden, das vorher vorbereitet wurde. Dann möget Ihr eine kurze Zeit Euch dem Studium von Matth. 10:16-24 widmen. Indem Ihr dies tut, ‘stehet Ihr für Euer Leben ein’ (Esther 8:11); dann sollt Ihr die Versammlung schließen und hinausgehen zu Euren Nachbarn und ihnen Zeugnis geben vom Namen Jehovas Gottes und von seinem Königreich unter Christus Jesus.

Eure Geschwister auf der ganzen Erde werden Euer gedenken und zu gleicher Zeit ein ähnliches Gebet an Jehova richten.

 

Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1975 S. 173-174 Vereinigte Staaten von Amerika:

Jehovas Zeugen kämpften nicht nur in den Vereinigten Staaten um Rede- und Religionsfreiheit. Im Juni 1933, im sogenannten „Heiligen Jahr“, beschlagnahmte das Hitlerregime das Eigentum der Watch Tower Society in Magdeburg. Jehovas Volk in Deutschland wurde nicht mehr gestattet, Zusammenkünfte abzuhalten und Literatur zu verbreiten, wenn auch das Eigentum im Oktober zurückgegeben wurde. Am 7. Oktober 1934 fanden sich die Zeugen in Deutschland in Gruppen zusammen und sandten nach einem ernsten Gebet ein Protesttelegramm an Mitglieder der Hitler-Regierung. Gottes Diener in anderen Ländern sahen dem indessen nicht tatenlos zu.

„Eines Abends während einer Dienstzusammenkunft im Jahr 1934 wurden wir gebeten, am Sonntagmorgen um 9 Uhr im Königreichssaal zu sein; es sei etwas Besonderes geplant“, erinnert sich Gladys Bolton. „Alle waren aufgeregt! Was konnte das sein? Am Sonntagmorgen war das Haus voll. Der Redner gab bekannt, daß sich heute Jehovas Zeugen in der ganzen Welt träfen, um zur gleichen Zeit Telegramme an Hitler zu schicken, in denen er aufgefordert werde, die Verfolgung gegen Jehovas Zeugen in Deutschland einzustellen.“ Nach einem Gebet sandte jede Gruppe folgendes Telegramm: „Hitler-Regierung, Berlin, Deutschland. Ihre schlechte Behandlung der Zeugen Jehovas empört alle guten Menschen und entehrt Gottes Namen. Hören Sie auf, Jehovas Zeugen weiterhin zu verfolgen, sonst wird Gott Sie und Ihre nationale Partei vernichten.“ Die Botschaft war mit „JEHOVAS ZEUGEN“ unterzeichnet, gefolgt von dem Namen der Stadt, in der sie sich versammelt hatten.

Die Telegramme verursachten damals beträchtliche Aufregung, sogar in einigen Telegrammannahmestellen in den Vereinigten Staaten. „In Keysville (Virginia) und auch in anderen Städten“, sagt Melvin Winchester, „fiel der Telegrafist beinahe in Ohnmacht, als die Freunde ihr Telegramm aufgaben.“

Wie reagierte das Naziregime darauf? Die Verfolgung gegen Jehovas Zeugen wurde schlimmer. Doch Gottes Volk in Deutschland und in der übrigen Welt war auf den Widerstand und die Schwierigkeiten, die ihm bevorstanden, vorbereitet worden. Jehova sorgte zur rechten Zeit dafür, daß es die notwendige Belehrung und Ermunterung aus der Schrift erhielt. Dies war gegen Ende 1933 durch den Wachtturm-Artikel „Fürchtet euch nicht“ geschehen. Darin wurde die Feindseligkeit der römisch-katholischen Kirche bloßgestellt, und der Artikel wies darauf hin, daß die Verfolgung den Tod einiger treuer Diener Gottes bedeuten könnte. Doch Gottes Volk wurde angespornt, mutig und freudig für seinen Namen Zeugnis abzulegen, so daß es an der Rechtfertigung dieses heiligen Namens einen Anteil hätte.


[14] Gussew (russisch seit 1946 Гусев, bis 1946 Gumbinnen)


[15] 09.09.1936, hier siehe die Anzeige in der Zeitschrift: „Das Ostpreußenblatt“, 20. Oktober 1950, S.476: Gubinner, die am 2.9.36 v. Sonderger. i. Kbg. als Zeugen Jehovas verurteilt wurdet, meldet Euch! Rekett, Albert, Arch., b. Heimst.-AG.,


[16] Dirksen, Hans-Hermann: „Keine Gnade den Feiden der Repubilk, 2. Aufl., S.100-101:

In Berlin im französischen Sektor, in der Brunnenstraße, gab es ebenfalls seit 1945 ein kleines Büro der Zeugen Jehovas, das von Paul Großmann aufgebaut worden war und später von Alfred Fechner geleitet wurde. Hier kümmerte man sich vor allem um die Kordination des Verkündigerwerkes unter den besonderen Gegebenheiten des Vier-Mächte-Status von Berlin. Es wurde auch für den Druck verschiedener Publikationen der Zeugen Jehova s in dortigen Druckereien gesorgt.


[17] Lübeck: Nun kamen in einem verstärkten Maße Brüder als Flüchtlinge nach Lübeck. Dazu zählten die Familien Albert Rekett, ... Daher musste bald nach einer größeren Räumlichkeit Ausschau gehalten werden. Ab Herbst 1945 fanden die Zusammenkünfte in der Francke-Schule in der Schildstraße statt (7). Dies war allerdings nur möglich, da der Hausmeister den Zeugen Jehovas gut gesonnen war. Doch sonntags wurde wegen der Kohleknappheit die Schule nicht geheizt, so mußten die Brüder, wenn es sehr kalt war (bis zu -15°), sich in Decken einhüllen.(8)

Für eine öffentliche Vortragsserie wurde die Aula der 'Alten Stadtschule' zur Verfügung gestellt. Die Vorträge wurden nicht 'öffentliche Vorträge' genannt sondern 'öffentlich Gottesdienste'. Da Lübeck noch keine eigenen Vortragsredner hatte, wurde eine solche Vortragsreihe mit Josef Scharner gestartet, der als reisender Aufseher bekannt war. Später hielt auch Albert Rekett, einer der Flüchtlinge und ein begabter Redner, in Bad Schwartau Vorträge.

Albert Rekett

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KZ-Sachsenhausen | Wewelsburg | Pommern | Familiengeschichte | KZ Ravenbrück | KZ-Sachsenhausen
Ich bin am 5. Oktober 1898 in Lößnitz (Erzgebirge) geboren. Meine Vorfahren väterlicherseits stammen aus Frankreich und waren um des Glaubens willen, verfolgte Hugenotten . Meine Mutter [2] entstammt einer tief evangelischen Familie aus Sachsen. - Im Jahre 1900 ging mein Vater [3] in seine Heimat nach Pommern zurück und es wurden ihm 10 Kinder geboren [4]. Meine Eltern glaubten immer nur der Bibel und gehörten der organisierten Kirche nicht an. Besonders durch meine Mutter wurden wir Kinder schon sehr früh im Worte Gottes unterwiesen. Als ich 9 Jahre alt war, wurde ich von Mutter angewiesen das Neue Testament durchzulesen. Im Jahre 1907 hatte mein Vater – der, ein Baugeschäft betrieb – zwei gute gläubige Freunde mit denen er jeden Sonnabend Bibelstudien abhielt. Zufällig erhielt einer der Freunde einen "Zions-Wachtturm" einliegend mit einem Traktat; "Wo sind die Toten" zugesandt. Das war uns allen sehr interessant zu lesen. Etwas später hatte meine Mutter Gelegenheit durch einen Kolporteur die 3 Bände der Schriftstudien[5] von Pastor Russell zu erwerben, die sie mir zum Studium sehr an das Herz legte und ich es auch begierig tat. Ich war nun inzwischen 14 Jahre geworden und gemäß meiner gewonnen Erkenntnis ließ ich mich nicht konfirmieren, trotzdem ich von außen sehr bedrängt wurde.Gelegentlich einer Besuchsreise nach Sachsen fuhren meine Eltern über Berlin und hatten dort Gelegenheit den öffentlichen Vertrag: „Der Tag der Rache 1914". gehalten von Brd. Russell zu hören[6]. Sie waren sehr begeistert. Im Jahr 1913 ließen sich beide taufen. Ihre durch die Schriften und das Wort Gottes gewonnene Erkenntnis haben sie sofort immer anderen Freunden und Bekannten übermittelt. Ein besonderer Freund meines Vaters - ein Korbmachermeister hatte mich sehr in sein Herz geschlossen und stärkte meinen Glauben sehr mit Rat und Tat. Es kam das Jahr 1914 und wir warteten alle sehr gespannt auf das "Ende der Zeiten der Nationen" Im März desselben Jahres kam ein Pilgerbruder der Gesellschaft und hielt in unserer Heimatstadt Schlawe - Pommern - den Vortrag "Der Tag der Rache 1914" und "Wo sind die Toten?“ Mit meinen Eltern und uns Kindern besuchten damals schon ca. 500 Menschen diese Vorträge und alle waren sehr begeistert zumal der Redner sagte, daß in wenigen Monaten der große Krieg ausbrechen würde. Es gab auch andere Menschen, die dieses nicht glaubten und aggressiv Stellung dagegen nahmen. Es war schon damals eine schöne Zeit des Kampfes mit den Waffen des Geistes. 
Durch Beruf und Schule kam ich 1917 nach Stolp i. Pom[mern]. und fand dort bald eine kleine Versammlung der Bibelforscher vor, was mich sehr erfreute und ich blieb eng mit ihnen verbunden. Wir studierten viel den 7. Band der Schriftstudien, der sehr aktuell war. Da die Provinz Pommern dem 7. Armeekorps unterstellt war, unterlag sie nicht dem Verbot, wie im übrigen Deutschland. Wir konnten uns in der Predigttätigkeit frei und freudig bewegen. Gelegentlich einer Besuchsreise von Bruder Herkendell ermunterte mich dieser, ganz besonders gutes Zeugnis abzulegen und wenn ich es ermöglichen könnte ganz und gar in den Predigtdienst zu gehen. Hier in Stolp wurde ich dann am 19.1.1918 getauft, Hier schon hatten die Brüder einen Studienraum eingerichtet, der sich bald immer mehr und mehr füllte. - Im Jahre 1918 als ich nach Schlawe nach Hause besuchsweise kam, gründete ich im Hause meiner Eltern [7] eine Versammlung. Wir waren sehr begierig  nach immer neuer Erkenntnis und freuten uns sehr indem wir jedem von diesen Köstlichkeiten erzählten. Doch es gab auch sehr viel Widerstand in dieser kleinen Stadt, besonders von der Geistlichkeit. Ich hatte nämlich dem Pastor eine Ansichtskarte "Ihr habt den Schlüssel der Erkenntnis weggenommen und mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt." gesandt. Dadurch erbost berief er eine Kirchenversammlung und erklärte diese Schriftstelle nach seiner Art u. Verstehen. Viele unserer Freunde die auch in dieser Versammlung waren, kamen nun zu mir nach Hause und baten mich um eine weitere Erklärung dieser halb, was ich auch nach der Schrift tat, wie wir es damals verstanden. Es waren ca 30 Personen und ich konnte den Vortrag halten: "Drei Welten und was Gott zugelassen hat." Dadurch wuchs die Versammlung und das gerade deshalb wegen des Angriffes des Pastors. Ein Foto unserer Versammlung in Schlawe liegt bei.Ende des Jahres 1918 hielten wir in einigen grösseren Dörfern Vorträge wo meist immer 300-400 Personen kamen [8]. Einem Pastor, der am Schluß eines solchen Vortrages sagte: der Profet Jesaja hätte sich längst erfüllt … las ich ihm Jesaja 2 vor ....“ sie werden den Krieg nicht mehr lernen ... und bewies ihm, daß dieses künftig geschehen wird.
1920 wurden in Köslin und Rügenwalde (Pommern) ebenfalls zeitgemäße Vortrage gehalten, die fast immer von mehreren 100 bis tausend Personen besucht wurden. Es war ein Hunger im Lande nach Wahrheit.Im Jahre 1925 besuchte uns in Schlawe gelegentlich einer „Pilgerreise" Bruder Baron von Tornow [9] . Dieser gab mir den Rat, mich dem Bethel - damals Barmen - zur Verfügung zu stellen. Ich tat es und am 5.8.22 trat ich als Kolporteur ein. - Nachdem man mich hier in Augenschein genommen hatte und gemäß meiner Erfahrungen im Baufach wußte, bekam ich den Auftrag, eine Baracke zur Vergrößerung der Druckerei zu bauen. Diese wurde in Schlawe ausgebaut und dann per Bahn nach Barmen transportiert.Ich blieb im Bethel und war zuerst in der Druckerei tätig. Wie auch heute haben wir immer in freien Stunden die Königreichsbotschaft verbreitet. Als die 7 Zornschalen vom Jahre 1922 - 28 aus gegossen wurden, wurde ich nach Kassel, Hannover Königsberg Ostpr. und noch andere Städte vom Werk gesandt, um die zeitgemässe Botschaft mittels Vorträge und Kolportage unter den Menschen zu verbreiten.Bei einer Hauptversammlung in Stuttgart [10] beauftragte man mich für die Vergrößerung des Werkes ein Grundstück resp. Haus für die Druckerei in irgendeiner Stadt dort unten zu suchen. Das tat ich mit Eifer und der Herr führt mich nach Magdeburg. Hier traf ich einen Bruder, der Arzt war und ihm erzählte ich von meinem Auftrag. Da wir in seinem Behandlungsraum waren meldete sich hinter dem Vorhang ein Mann, der interessiert fragte, was das für ein Haus sein solle.- Durch diesen Mann, den der himmlische Vater sichtbar geführt hatte, konnten wir zur Erwerbung des sogenannten "Kristallpalastes" in Magdeburg kommen. Dadurch spürten wir deutlich die Hand des Herrn und der Leiter des Werkes sandte ein Blitztelegramm an Brd. Rutherford, der uns wieder durch Blitztelegramm 6000 Dollar übersandte. Wir nahmen sofort einen Umbau des Hauses vor sodaß die Bethelfamilie mit ca 42 Personen dort einziehen konnte [11]. Weiter wurden auf diesem Grundstücke verschiedene Um- und Neubauten errichtet; u. a. auch der große Harfensaal für ca. 1000 Personen. Hier konnte ich meine Baukenntnisse und Kraft gut anwenden.[12]
Inzwischen wurde ich vom Werk nach Ostpreussen geschickt um den Versammlungen dort zu dienen und ihnen bei der Vergrößerung und Ausdehnung behilflich zu sein. Ich kann mich noch sehr gut entsinnen, daß wir bei einem grossen Öffentlichen Vortrage in Königsberg, am 12.12.1922 in dem größten Konzertsaal - der Stadthalle ca 5500 Personen zählten.In der Zwischenzeit von 1922-26 war ich in Schlesien bei den verschiedenen Versammlungen der großen Städte als Vortragsredener, Kolporteur und Dienstleiter tätig. Durch meine Verheiratung blieb ich in Ostpr. zuerst Königsberg, Pillau und Gumbinnenals Versammlungsdiener, Dienstleiter sowie verbindendes Glied zwischen dem Werk und den Versammlungen, außer meinem Berufe . Dann kam es 1936 am 13.3. zur Inhaftierung. Wir machten am 7.10.34 die große Telegrammaktion an Hitler[13] mit und manches andere mehr, was vom Werk angeordnet war. Ich war beim Kreisbauamt in Gumbinnen [14] tätig in verantwortungsvoller Dienststellung. Nachdem ich wegen mehrfacher Aufforderung den deutschen Gruß ablehnte und auch nicht in die Partei eintrat, was für meine Ernennung zum Kreisbaumeister erforderlich sein sollte, wurde ich fristlos entlassen. Von der Gestapostelle Tilsit wurden allerhand Bespitzelungen gegen mich vorgenommen und so führte es zwangsläufig am 13.3.36 zu meiner Inhaftierung. Außer mir, meiner Frau und den meisten anderen Brüdern der Versammlung wurden wir im September 36 [15] zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Im Oktober 1938 war meine Haft um und ich sollte sofort in das Konzentrationslager weiter überführt werden. Aus mir bis heute noch unerklärlichen Gründen und weil ich auch sehr krank war, kam es nicht dazu Ich wurde entlassen, blieb aber unter Gestapoaufsicht und wurde auch auf meiner neuen Dienststelle - der Ostpr[eußischen]. Heimstätte - immer bespitzelt. Trotzdem hat der Herr Jehova mir immer noch Menschen zugeführt, mit denen ich über die Wahrheit sprechen und sie trösten konnte. Mein Weg führte mich weiter nach dem Baltikum, wo ich in verschiedenen größeren Städten für die dortige Reichsbahn Bauten ausführen mußte. Hier traf ich verschiedene Brüder, die auch dort beschäftigt waren und wir hatten trotz des noch immer bestehenden Verbotes gute Gelegenheit zu predigen und uns aufzuerbauen. Ich war sehr glücklich, daß ich auch unter der baltischen Bevölkerung Brüder traf und kennen lernte, die sämtliche Literatur versteckt hielten und sich allmählich zu erkennen gaben. Wir konnten uns trösten und ermuntern und uns im Worte Gottes erbauen, wenn auch unter Drangsal.1944 wurde Riga von den Russen eingenommen und ich kam über Windau in die sibirische Gefangenschaft. Als ehemals Verfolgter kam ich von dort aber nach einigen Monaten frei und nach Deutschland. Auch unter den Gefangenen, die sehr viel verzweifelt waren konnte ich durch Gottes Wort und seine Wahrheit Trost spenden. Trotzdem nahmen sich viele von den Deutschen das Leben.Im Oktober 1945 führte mich mein Weg von Sibirien über Frankfurt a.d.0 nach Berlin. Ich war damals sehr krank an Ruhr und Typhus. Gleich auf dem Bahnhof traf ich einen Königsberger Bruder, der mir den Weg in die neu eröffneten Versammlungen wies. (Der Leiter des damaligen Werkes in Berlin Brd. Großmann [16] ermunterte mich, mich dem Werk  zur Verfügung zu stellen, was ich auch tat, zumal meine Familie von der Flucht aus unauffindbar war. Die Gesellschaft ernannte mich als Sonderpionier für Berlin-Land. Hier war ich bis zum April 46 tätig. Da sich meine Familie inzwischen elngefunden hatte, kamen wir über ein Landgebiet bald - Juni 46 - nach Lübeck [17]. Die Versammlung war im Wiedererstehen, ich wurde ernannter Schuldiener, Zeitschriften- u. Gebietsdiener, auch  Studienleiter u. Verkündiger. Außer 2 Jahren war ich Pionier, dann verschiedentlich anschließend Ferienpionier.Jetzt bin ich 72 Jahre alt - und da meine Kräfte zusehends nachgelassen haben, bin ich jetzt nur in der Lage vermehrten Felddienst zu machen. Die Schüttellähmung läß nicht mehr den Dienst zu, den ich gerne noch machen möchte.
Ich habe immer noch die himmlische Hoffnung wie ich es 1918 hatte, sehe ich doch mit erquickender Wertschätzung die weltweite Ausbreitung des Werkes Jehovas und bin sehr glücklich auf dem Wege nach Zion.Dazu möchte mir Jehova Seine unverdiente Güte und Liebe schenken. 
Mit Psalm 91 bin ich Euer Bruder
Albert Rekett

Brief an die Schwägerin

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Ostrowiec (Malechowo) | Wusterwitz | Pommern | Familiengeschichte | Polen

Ein vor kurzen gefundener Brief, vom 24.02.1955, an die Schwägerin [Frieda Vegelahn]:

Liebe Schwägerin [Frieda Vegelahn], lieber Schwager [Erich Vegelahn], Onkel u. Tante. Eure beiden Briefe, vom 4.1. u. 26.1. haben wir erhalten und danken Euch sehr herzlich dafür. Besonders danke ich Euch sehr für Eure lieben Geburttagswünsche. Am 29.II. ruht unsere Oma nun schon 1/4 Jahr wie doch die Zeit vergeht. Schon lange wollte ich Euch allen schreiben, aber meine viele Arbeit erlaubt es mir nicht. Jetzt muß ich schon 4 Wochen allein für 40 Personen kochen, habe noch eine P[erson]. zur Hilfe, aber besser schon gar keine Hilfe. Dann immer das große Problem was kochen wenn nur wenig zur Verfügung steht.

Nun Ihr lieben schrieb ich schon als Oma noch lebte, daß sie nicht recht auf dem Posten war. Immer war sie so wohl u. rüstig, und plötzlich fing sie an über ihre Beine zu klagen. Schon im September brachte ich sie abends immer in ihr Zimmer, sie konnte schon so schlecht die Treppen steigen. Bei allen dachte ich nichts, weil sie immer noch guten Appetit hatte auch gut aussah. Einmal sagte ich ihr ich wollte ihr ein paar Filzpantoffel kaufen, da sagte sie nur sie brauchte schon keine mehr. ich lachte sie natürlich noch aus weil ich garnicht daran dachte daß sie von uns gehen konnte, aber es wurde jeden Tag schlechter mit dem Gegen. Ich nahm dann noch Urlaub hatte 1. Woche mit meinen Kartoffeln zu tun, Oma konnte schon nicht mehr bis zu uns überkommen. Ich holte den Arzt und der sagte mir gleich, daß das Blut nicht mehr richtig zirkuliert, und so schwollen die Beine bald bis obenauf. Mutter hat dann noch verschiedene Medizin u. Tabletten bekommen aber nichts wollte helfen. 3 Wochen lang hat sie wohl Tag u. Nacht kein Auge zugemacht, es war oft furchtbar mit anzusehen, dieses greifen nach Luft. Gern wollte sie, daß ich immer bei ihr war, aber ich mußte doch am tage meine Arbeit machen, und dann war Brigitte öfter bei ihr, und in der Hauptsache auch Frau Ziemann, die unten wohnte, da nahm sie nur einen Stock und klopfte wenn sie etwas wollte.  Frau Z. hat mir überhaupt mit Rat u. Tat zur Seite gestanden auch nachher bei der Beerdigung. Mutter sagte mir dann noch immer wieder ich sollte die Jungens grüßen, sie hätte sie gern noch einmal gesehen und gesprochen, aber es war doch alles nicht möglich.

Am 29.11 war sie dann in der Mittagsstunde eingeschlafen, gerade war in dem Augenblick niemand bei ihr, ich war kurz vorher bei ihr, mußte schnell wieder in die Küche zurück, kurz nach mir war Frau Ziemann zu ihr raufgegangen, aber dann lebte sie schon nicht mehr. Ihr wißt selbst, so etwas ist immer schwer, wir hatten uns die ganzen Jahre so an Oma gewöhnt.

Wir haben alles nach Oma ihren Wünschen gemacht. Sie ist sehr ordnungsgemäß bestattet worden. Der sag wurde mir vom Gut aus angefertigt. Ich hatte noch Kuchen gebacken und Stullen gegeben, auch etwas zu trinken gekauft. Wir waren etwa 20 Personen zum Kaffee. Frau Ziemann hatte mir ihre Wohnung zur Verfügung gestellt.

An Papiere habe ich bei Muttis Sachen nichts gefunden. Ein Testament hat sie nicht gemacht. Aber es ist ja auch wohl alles zwecklos.

Familenbilder: Vegelahn - Rekett - Kluszczyński

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Vegelahn

Schlawe - Sławno um 1925 ?
mittlere Reihe 3. von links Maria Vegelahn, geb. Rekett

Ausflug nach Varzin - Warcino
Himmelfahrt (9.Mai.1929)
Gesang= u. Turnverein

Hochzeit in Wusterwitz - Ostrowiec?

Hochzeit in Wusterwitz - Ostrowiec / Schlawe - Sławno ? um 1930
vorletzte Reihe 3 und 4.. von links Maria und Paul Vegelahn, 7. und 8. Frieda (Müssig) und Erich Vegelahn

Schulklasse in Wusterwitz - Ostrowiec um 1954

Wusterwitzer - Ostrowiec Schule

Wusterwitzer - Ostrowiec Schule

Fußballplatz Schlawe - Sławno um 1954

  1. von links Brigitte Vegelahn
    vorne Franciszek Kluszczynski

Wusterwitz - Ostrowiec - Klasse V und VI im Jahre 1953

 

 

Kusserow - Kosierzewo 1951

Pressespiegel - Karlo Vegelahn

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Bibelausstellung | Vegelahn

Osteroder Kreis Anzeiger  30.06.1992


Harz Kurier 14.07.1992


Osteroder-Kreis-Anzeiger 18.07.1992


Harzkurier 17. November 1992


Osteroder-Kreis-Anzeiger 17. November 1992


Osteroder-Kreis-Anzeiger 28.03.1995


Harz Kurier 28.03.1995


Osteroder-Kreis-Anzeiger 27.04.1995


Harz Kurier 29.04.1995

Heimatstube Freiheit ist jetzt ein Verein


Osteroder Kreis-Anzeiger 20.06.1995


Osteroder Kreis-Anzeiger 20.06.1995

Umfangreiches und vielseitiges Heft - Heimat- und Geschichtsverein: Neue Folge der Heimatblätter erhältlich


Harz Kurier 07.04.2000 


... Dr. Joachim Neander (links) und Karlo Vegelahn (Mitte) von den Zeugen Jehovas (Foto) ...


Der Stadtbote, Ausgabe 25, Mai 2000 


Harz-Kurier 02.03.2001

Jahresrückblick der Heimatstube Freiheit

Tiggeler-Ausstellung geplant

Osterode-Freiheit (red). Die Mitglieder der Heimatstube Freiheit zogen im „Freiheiter Hof“ Jahresbilanz. Hermann Helbing hob besonders die Arbeiten der aktiven Mitglieder Albrecht Schütze und Karlo Vegelahn hervor. Dank galt auch Hans-Peter Seifarth für die von ihm durchgeführte Erneuerung der Gedenkplatte auf dem Friedhof sowie Gerda und Günther Tödteberg.

Als wichtiger Punkt stand die Wahl eines neuen Vorstandes auf der Tagesordnung. Die Wahl ergab folgendes Ergebnis: Vorsitzender Hermann Helbing, 2. Vorsitzender Hans Friedmann, Kassenführerin Ingrid Maaß, Schriftführer Günter Steinemann, Beisitzer Eberhard Siegler. Als Kassenprüfer wurden gewählt: Jürgen Bolte und Ulrich Sakolowski.

Eine Ausstellung der Arbeiten von Walter Tiggeler soll in diesem Jahr in der Heimatstube in Freiheit erfolgen. Die Vorbereitungen dafür laufen.


Harz-Kurier 30.01.2002

Lehren und Gesichte der „Ernsten Bibelforscher" - Vortrqg in der KVHS
Verfolgung der Zeugen Jehovas im Dritten Reich


Kreis Osterode (red). Die Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas hat zum 27. Januar auf das Schicksal von Zeugen Jehovas unter dem NS-Regime hingewiesen und damit auf ein fast vergessenes Kapitel der Zeitgeschichte. Angehörige der Religionsgemeinschaft, damals als „Ernste Bibelforscher" bekannt, waren unter den ersten, die von den Nationalsozialisten in Konzentrationslager gebracht wurden. Über 1500 von ihnen verloren ihr Leben.

Wanderausstellung

Am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus (die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz war am 27. Januar 1945) fanden etliche Veranstaltungen statt. Die Videodokumentation „Standhaft trotz Verfolgung - Jehovas Zeugen unter dem NS-Regime“ ergänzt ein Wanderausstellungsprogramm, das bereits von mehr als 600.000 Personen in Deutschland, weltweit von mehr als 1,4 Millionen, besucht worden ist

Hitler-Gruß verweigert

1933 begann für die etwa 25000 Personen zählende Gemeinschaft der Zeugen Jehovas in Deutschland eine Zeit rücksichtsloser Unterdrückung. Die kleine christliche Gruppe verweigerte den Hitler-Gruß und verbreitete mit einem missionarischen Eifer Millionen von Zeitschriften und Traktaten. Darin wurden die Leser unter anderem dazu aufgefordert, „Schwerter zu Pflugscharen" zu schmieden. Die Gestapo bildete dann Spezialkommandos, um die Untergrundtätigkeit der Zeugen Jehovas zu zerschlagen.

Auch im FMA-Gymnasium in Herzberg war 1997 die Wanderausstellung zu sehen, ebenfalls in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau Dora bei Nordhausen und in der KZ-Gedenkstätte Moringen bei Northeim. Eine Sonderveranstaltung erinnerte an den Todesmarsch von über 500 KZ-Häftlingen vom 4. bis 27, April 1945 vom KZ-Außenlager Brunshausen (bei Bad Gandersheim) über den Harz zum KZ Dachau. Vor dem Abmarsch wurden in einem Wäldchen etwa 40 kranke und schwache Häftlinge erschossen.

Zeuge angeschossen

Am 5. April 1945 wurde oberhalb von Bad Grund an der B 242 in der Nähe einer Schachtpinge der total erschöpfte 54-jährige Zeuge Jehovas Bernhard Döllinger von einem SS-Mann angeschossen, danach warf man den bewusstlosen Körper in den Schacht. Hier folgte er «einem einen Tag zuvor erschossenen Glaubensbruder, dessen Namen bis heute nicht bekannt ist, in den Tod.An dieser Stelle in Bad Grund wurde im Rahmen der Spurensuche unterhalb der Tropfsteinhöhle eine Gedenktafel angebracht.

Zwei Referenten

Am Dienstag, 5. Februar um 19 Uhr berichten der Verfasser dieses Textes, Giselher Reichert, und Carlo Vegelahn, Osterode, in der KVHS Osterode über die Zeugen Jehovas, Die Geschichte der Religionsgemeinschaft, ihre Verfolgung im Dritten Reich sowie ihre Lehren stehen im Mittelpunkt des Vortrages. Mit der Kursreihe Religion/Ethik der Kreisvolkshochschule wird Religionsgemeinschaften in der Region die Möglichkeit der Darstellung und des Dialogs in einem konfessionell nicht gebundenem Rahmen eröffnet. 


Harz Kurier 13.06.2003


Evangelische Zeitung 22.06.2003:


Harz Kurier 27.10.2003:


2004 (Bibelausstellung Heringen)


Harz Kurier 9.10.2004


Harz Kurier 27.01.2005:

Geweigert, die Waffe in die Hand zu nehmen 


Harz Kurier 27.01.2006

2006-01-27 - "Glaube mehr wert als das Leben"


Braunschweiger Zeitung 12. April 2006

An Originalschauplätzen gedreht - Gegen das Vergessen
Berthold-Mehm-Stiftung und JVA-Gedenkstätte machen Film „Hildesheimer Baumeister mit dem lila Winkel"


eseltreiber.de  Ausgabe 3 - November 2007, Seite 14


Harz Kurier 31.01.2009


HarzKurier 2.6.2010
Zeitreise in das Leben der Harzer Bergleute
Familienforschervereinigung "Lerbacher Kreis" lädt vom 4. bis 6. Juni zum mittlerweile 34. Treffen ein 

 


ein Blick - Infos aus ddr REgion Samtgemeinde Bad Grund (Harz) Juli 2010. Nr.7

Seite 7: Auf den Spuren der Ahnen. Der Bad Grundner Kipenberg-Verein nahm am Treffen des Lerbacher Kreises teil


Harz Kurier 27.03.2011


Harz Kurier  6.07.2012



Harz Kurier 11.09.2013

Zeugen Jehovas bauen neuen Gemeindesaal in Osterode HK

Zeugen Jehovas bauen neuen Gemeindesaal in Osterode


Harz Kurier 29.11.2013

Königreichsaal wurde eingeweiht 


Eichsfelder Tageblatt 30.11.2013


Harz Kurier 12.11.2014

Wo selbst der Vatikan auch mal vorbeischaut - Osterode

Intensive Forschungsarbeit


Braunschweiger Zeitung 06.12.2014 

Ein ganzes Haus voller Ausgaben der Bibel 

Goslarer Zeitung 


Harz Kurier 15.04.2015:

Das Geschehene für nachfolgende Generationen wachhalten 


Harz Kurier 27.06.2015:


Harz Kurier Jahresrückblick 2015


Harz Kurier 11.01.2020

Weltraumforscher und Exkaiserin hatten Herzberger Vorfahren - Herzberg – Aktuelle News im Überblick | Harzkurier


 Harz Kurier 27.01.2022:

Drei Opfer des Nationalsozialismus, stellvertretend für viele


 

HarzKurier 14.03.2022:
Was ist ein Eseltreiber? Mensch & Tier versorgen Harzer Bergleute

Funkgeschichte 266/2022, Fachmagazin für Interessierte der Geschichte des Funkwesens

Seit 100 Jahren: Jehova Zeugen schreiben Rundfunkgeschichte von Nils Böge, Seite 264-271

Fußnote 26 [Königs Wusterhausen]


HNA 16.08.2022 


HARZKURIER 27. Januar 2024


Leine-Wipper-Magazin - Nr.2/2024  Seite 15


Paetzold, Michael: Eisengießergrund als Ort der Begegnung: Hässliche Brache in Freiheit soll hübsch werden (HarzKurier 17.04.2025, Seite 14)

2025 04 17 HK


 Harzkurier 26.09.2025

HK 2025 09 26


Harzkurier 14.10.2025, Seite 13

Ein Schatz der Bibelgeschichte in Badenhausen
Karlo Vegelahn zeigt seltene Exponate aus seiner Sammlung – die ältesten stammen aus dem Jahr 1250.
von Ralf Gießler

HK 2025 10 14

Seesener Beobachter 06.11.2025

Bibelsammler Karlo Vegelahn präsentiert einen Teil seiner Schätze

2025 11 06 Seesener Beobachter

Harzkurier 29.11.2025, Seite 4

„Who you gonna call?“


Harzkurier 29.11.2025, Seite 18

Die vergessene Episode des Schierker Feuerstein


Hinweise auf das Archiv:

100 YEARS OF PILLER INNOVATION IN OSTERODE (in deutsch und englisch) ein großer Teil der Bilder entstammt aus meinen Archiv 

1420-2020 - 600 Jahre Gymnasium Osterode, [https://trg-osterode.de/wp-content/uploads/2021/03/Festschrift_Endversion_TRG.pdf], Seite 4, 23

Allgemeiner Harz-Berg-Kalender - 2001 - Seite 21

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Grobis, Heike:  „König Lustig" zu Gast bei Oberfaktor Schachtrupp, in: Heimatblätter für den Süd-westlichen Harzrand, Heft 75/2019, S.77-82 

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Hadamus, Martin: 100 Jahre Jehovas Zeugen in Nordhorn und der Niedergrafschaft Verschiedene Abbildungen

Hartmann, Rainer, Vladi, Firouz: Seesen und seine Erdfälle [https://www.karstwanderweg.de/west/seesen_und_seine_erdfaelle.pdf], Seite 17

Haunerland, Wilfried: Liturgie und Kirche: Studien zu Geschichte, Theologie und Praxis des Gottesdienstes, 2016, Seite 177

Helga Häusler: Sagen - Legenden - Erzählungen aus dem südwestlichen Harzer Umland, Seite 5, 236, 238

Häusler, Helga: (Ein-) Blick in den Brunnen der Vergangenheit, Seite 73, 281, 299

Kleines Künstlerlexikon - Maler und Bildhauer, die im 20. Jh. in Osterode und Umgebung tätig waren, Seite 76, 77

Heimatblätter für den Süd-westlichen Harzrand,, 1992, Seite 132: Freiheiter Heimatstube 

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Helga Häusler: Sagen - Legenden - Erzählungen aus dem südwestlichen Harzer Umland, Seite 5, 84,  236

Hermann, Reiner: Jehovas Zeugen in Celle 1922-1997, Seite 7

Hermann, Reiner: "Hinter Stacheldraht und Gefängnismauern" - Jehovas Zeugen als Häftlinge in Bergen-Belsen, Seite 238

Herrberger, Marcus: Denn es steht geschrieben „Du sollst nicht töten!“, Seite 150, 281, 376, 425

Hesse, Hans (Hrsg.): Am mutigsten waren immer die Zeugen Jehovas, Seite 12

Jahrbuch für Schlesische Kirchengeschichte 95/96, 2018, Seite 146

Jürgens, Birgit: Hildesheimer Ernste Bibelforscher/Zeugen Jehovas von ihren Anfängen bis 1945, Seite 6, 10, 11, 13

Knauer - Mehm - Rieger: Der Hildesheimer Baumeister mit dem Lila Winkel, [Gestaltung]

Kreckmann, Ingrid: Zu Gast in Osterode am Harz - Gastwirtschaften, Hotels und Cafes, die vor 1957 entstanden, Seite 175, 176, 180, 220

Krüger, T. Martin: „Eine Bibel schön und groß, haben sie gefunden, diese Sünde, denkt euch bloß, kostet viele Arbeitsstunden“, Seite 12

Kutscher, Rainer:  „Gab es früher in Lerbach, Freiheit und Osterode Philosophen?", in: Heimatblätter für den Süd-westlichen Harzrand, Heft 53/2023, S.45 (Foto)

Kutscher, Rainer:  „Versorgung der Berg- und Hüttenleute aus dem Kornmagazin in Osterode vor 300 Jahren, in: Heimatblätter für den Süd-westlichen Harzrand, Heft 75/2019, S.173-180 

Lerbacher  Heimatblätter, Seite 21, 22

Leder, Sarah-Christin: Das "Dattelner Abendmahl" (1923) und die Kreuzritterbewegung; Seite 220

Lettre International, Li 108, Seite 9 [Foto: KZ-Jacke]

Löffelmann, Nikodemus: Der Name Gottes in deutschen Übersetzungen des Neuen Testaments, 2019, Seite 28, 

Lüdtke, Ingeborg: Übrigens ... wir sind die letzten [Layout], Seite 55, 56

Lund, Eric & Mark Granquist: A Documentary History of Lutheranism, Volumes 1 and 2, 2017,  Fig. 7.8

Die Entstehung und Entwicklung der Privat-Sparkasse zu Lerbach, S.87

Mehm, Berdhold - Rieger, Werner: Religiöser Widerstand in Hildesheim und Umgebung 1933-1945, in Jahrbuch 2004 Landkreis Hildesheim, Seite 130

Mennecke, Detlef: Die Ortschronik von Echte, Heft 3/2022: Seite 2, 9-18, 

Mennecke, Detlef: Die Chronik von Echte - Band 1, Seite 38-51

Mennecke, Detlef: Das uralte Echte im südlichen Niedersachsen, Seite 3, 4, 12-21

Mike Molsich: Orte der Erinnerung für die Opfergruppe Jehovas Zeugen, Covergestaltung

Nackunstz, Andreas: Dorste - 1000 Jahre Geschichte(n), Seite 95, 137

Paetzold, Michael: Eisengießergrund als Ort der Begegnung: Hässliche Brache in Freiheit soll hübsch werden (HarzKurier 17.04.2025, Seite 14)

Praetorius, Ina: Erbarmen, unter Literatur

Purgly, Jorge: Anjos Cabalisticos, 2014

Reinhardt, Anna: Lerbacher  Heimatblätter, Nr.48, Seite 64; Nr.49 Seite 29; Nr.50, Seite 21, 22

Roser, Hubert (Hrsg.: Widerstand als Bekenntnis, Seite 309, 

Schiffer, Jochen und Meyer, Christian M.: Jehovas Zeugen in Hannover und Umgebung, Seite 72, 78

Swarts, Lynne M.: Gerder, Orientalism and the Jewish Nation,: XII, 142,  

Vegelahn, Karlo: Leserbrief, in: Unser Harz, Nr.12/2019, Seite 236 

Wilker, Christoph: Die unbekannten Judenhelfer, Seite 283, 287

Wilker, Christoph: Die unbekannten Judenhelfer - 2. erweiterte Auflage, Seite 313, 318

Wrogemann, Henning: Theologie in Freiheit und Verbindlichkeit:, Profile der Kirchlichen Hochschule Wuppertal / Bethel, 2012; Seite 139

Zeisberg, Bernd: Turn me on dead man, [ca.1980] Seite 2 

Zeisberg, Bernd: Ahnenliste Zeisberg, Seite III, 

Unveröffentlicht:

Chronik der Versammlungen der Zeugen Jehovas in Augsburg und dem Umland - ab ca. 1917 bis heute, Nov.2020, Seite 8, 22



Filme:

MDR: Bibelausstellung in Eisleben

NDR: Hallo Niedersachsen (8. August 2020)

Ein Film von Mark Härtl: Der Bibelsammler

Kurzvideo: Ortsgeschichte

Bau der Sösetalsperre

Kassel 1948 

Rekett, Willy - Lebenslauf

Jahr
1897
Tags
Pommern | Familiengeschichte

Lebenslauf von Willi Rekett

[*16.04.1897 Lößnitz +22.12.1965 in Osterode]

Ich der Unterzeichnete wurde als Sohn des Maurers Friedrich Wilhelm Rekett welcher mit Selma geb. Georgi verehelicht war am 16.4.1897 zu Lößnitz im Erzgb. Sachsen geboren. Schon nach einigen Jahren verlegten meine Eltern ihren Wohnsitz nach Schlawe in Pommern, welches der Geburtsort  meines Vaters war. Vom 6. Lebensjahr besuchte ich die Volksschule, an welcher ich anschließend im Jahre 1914 meine Lehre als Dachdecker antrat. Nach verlauf von 3 ½ Jahren, hatte ich meine Lehrzeit beendet, verblieb einige Monate bei meinem Lehrherrn, und beteiligte mich dann anschließend an den Armierungsarbeiten bei Graudenz [heute Grudziądz Stadt in Polen] bis zur Auflösung der Formation.

 

Alsdann hatte ich Gelegenheit mich beruflich zu betätigen in Stolp in Pommern, war im März 1916 auch meine Einberufung erfolgt. Nach Beendigung des Weltkrieges  No.1, machte ich mich 1919 selbstständig. Im Jahre 1920 ging ich mit meiner Frau Anna geb. Rohde die Ehe ein, aus welcher 1 Sohn u. 3 Töchter hervorgingen. Der Weltkrieg hatte mich zu einem Kriegsgegner gemacht, und vertrat darum eine neue Weltanschauung [Bibelforscher / seit 1931 Jehovas Zeuge]. 1928 machte ich vor der Handwerkskammer zu Stettin meine Meisterprüfung im Dachdeckerhandwerk. Das vorhergehende Regime war ein Feind aller Wahrheits-, und Gerechtigkeitsliebender, und somit setzte schon im Anfang der dreißiger Jahre die Verfolgung ein, und am 24.10.1936 wurde ich von der Gestapo Köslin in Pommern auf Grund des Gesetzes zum Schutz von Volk und Staat verhaftet. Vom Sondergericht Stettin zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt, und anschließend dem Konzentrationslager überwiesen, aus welchen meine Befreiung erst durch die Russ. Streitkräfte erfolgte. Es war mein Wunsch nach so langer Trennung von Frau und Kindern in meine Heimat zurückzukehren was mir auch möglich war trotz mancher Hindernisse. Von meinen 4 Kindern fand ich 2 vor. Meine älteste Tochter welche durch meine Stellungnahme viele Schwierigkeiten hatte, verstarb am 5. Juni 1946. Eine zweite im Alter von 20 Jahren ist wahrscheinlich verschleppt. Der Sohn am 30. Januar 1945 eingezogen, hat bisher keinerlei Lebenszeichen von sich gegeben. Mein Bemühen mein Grundstück wi[e]der angenehm zu [ge]stalten, hatte Erfolg, doch mußten wir am 1.9.1946 das Gebiet mit Handgepäck verlassen. Durch das Flüchtlingslager Pöppendorf b. Lübeck, wurden wir nach Steinheim Krs. Höxter Westf. verlegt. Vom Sondergerichtsausschuß Höxter als Verfolgter unter No.186 anerkannt bemühte ich mich beruflich nach Osterode was mir auch möglich war Beschäftigung zu finden. Obwohl mir sofort eine Wohnungsmöglichkeit zugesichert war verzögerte sich diese bis zum 10.3.1947, und nach dieser langen Wartezeit sind mir alsdann 2 kleine sehr feuchte Zimmer angewiesen wahrlich für einen der fast 10 Jahre unter unsagbaren Zuständen sein Leben gefristet hat gut genug. Alles bemühen scheint vergeblich zu sein. Doch auch diesmal gebe ich die Hoffnung nicht auf. In der Erwartung auf Grund der einwandfreien Unterlagen Unterstützung zu finden.

Willi Rekett


24.10.1936 Köslin Verhaftet
06.09.1937 Strafe beendet
17.10.1937 Sachsenhausen
12.03.1940 Wewelsburg
01.09.1941 Niederhagen
14.04.1942-12.10.1942 Wewelsburg Nr.197   [Dok 3673895]
01.05.1943 Wewelsburg
03.05.1943 Neuzugang von Wewelsburg nach Buchenwald Nr.13590 [Sig. 8140102]
15.08.1944 Buchenwald - Abgänge 
16.08.1944 Zug: v. Wewelsburg - Ravensbrück
03.03.1945 Ravensbrück 


siehe:
Rekett, Willi - HarzKurier 27. Januar 2005Rekett, Albert Friedrich

Urlaub in Polen 1993

Jahr
1993
Tags
Polen

 

Wusterwitz

 

Baumschule Vegelahn

 

 

 

Haus von Erich Vegelahn

 

Wusterwitzer See

 

 

Das Schloss

 

Hier in der "Bibliothek" hatte meine Mutter Brigitte Vegelahn bis 1955 gearbeitet

 

 

 

 

Krankenhaus in Schlawe
unter rechts hier bin ich (Karlo) geboren

 

 

Bei den Kaschuben

 

 

 

Hier wohnte Bismark

 

Zopot

 

 

 

 

Danzig

 

 

 

Leba

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Schlawe

 

An der Ostsee

 

 

 

Am Lagerfeuer

 

 

 

 

 

 

 

 

Abschied

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Urlaub in Polen 1995

Jahr
1995
Tags
Polen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach Kolberg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eisenbahnmuseum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

An Vaters Grab

 

 

Kirche in Schlawe

 

 

In Schlawe vor der Post

 

 

An der Ostsee

 

 

 

 

 

 

Nach Bytow

 

 

 

Danzig - Gdansk

 

 

Leba

 

 

 

 

 

Marienburg - Malbork

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ansichtskarten von Schlawe / Slawno

 

 

 

 

 

Ansichtkarte von Slupsk

 

 

Urlaub in Polen 2004

Jahr
2004
Tags
Polen

 

 

 

 

An der polnischen Grenze

 

 

An der Ostsee

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schlawe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wusterwitz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wieder zu Hause

 

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