1<!Kommentar"> 2<html> 3<head> 4<title>4. Greifendorf bei Zwittau in der Literatur</title> 5<meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=iso-8859-1">
6<script language="JavaScript" type="text/JavaScript"> 7<!-- 8function MM_swapImgRestore() { //v3.0 9 var i,x,a=document.MM_sr; for(i=0;a&&i<a.length&&(x=a[i])&&x.oSrc;i++) x.src=x.oSrc; 10} 11 12function MM_preloadImages() { //v3.0 13 var d=document; if(d.images){ if(!d.MM_p) d.MM_p=new Array(); 14 var i,j=d.MM_p.length,a=MM_preloadImages.arguments; for(i=0; i<a.length; i++) 15 if (a[i].indexOf("#")!=0){ d.MM_p[j]=new Image; d.MM_p[j++].src=a[i];}} 16} 17 18function MM_findObj(n, d) { //v4.01 19 var p,i,x; if(!d) d=document; if((p=n.indexOf("?"))>0&&parent.frames.length) { 20 d=parent.frames[n.substring(p+1)].document; n=n.substring(0,p);} 21 if(!(x=d[n])&&d.all) x=d.all[n]; for (i=0;!x&&i<d.forms.length;i++) x=d.forms[i][n]; 22 for(i=0;!x&&d.layers&&i<d.layers.length;i++) x=MM_findObj(n,d.layers[i].document); 23 if(!x && d.getElementById) x=d.getElementById(n); return x; 24} 25 26function MM_swapImage() { //v3.0 27 var i,j=0,x,a=MM_swapImage.arguments; document.MM_sr=new Array; for(i=0;i<(a.length-2);i+=3) 28 if ((x=MM_findObj(a[i]))!=null){document.MM_sr[j++]=x; if(!x.oSrc) x.oSrc=x.src; x.src=a[i+2];} 29} 30//--> 31</script>
31 32<meta name="keywords" content="Greifendorf,Grándorf,Hradec nad Svitavou,Geschichte,Zwittau,Böhmen,Mähren,Boehmen,Maehren"> 33 34<meta name="description" content="Geschichte und Arbeitsmaterialien zu Greifendorf bei Zwittau. Viele Infos auch für Familien- und Ahnenforscher(Genealogen)."> 35 36<link href="../../mein_stil.css" rel="stylesheet" type="text/css"> 37</head> 38 39<body background="briefpapier.gif" text="#000055" onLoad="MM_preloadImages('../../index.htm')"> 40<table width="62%" align="center" cellpadding="3" cellspacing="2"> 41 <tr> 42 <td height="28"> <blockquote> 43 <hr align="center"> 44 </blockquote> 45 <p align="center"><img src="bilder/greifendorf-titel.jpg" alt="Titel Greifendorf" width="205" height="55"></p> 46 <p align="center" class="ueberschrift1"><a name="literatur"></a>4. Greifendorf 47 in der Literatur 48 <blockquote> 49 <p align="justify" class="georgia-10-135"> </p> 50 </blockquote> 51 <p align="justify" class="verdana-10-135"><strong>1793: Greifendorf</strong>, 52 zur Herrschaft Zwittau gehöriges, süwärts von Zwittau gelegenes, 53 zwey Stunden langes Dorf mit einer Pfarre, zählt 265 Häuser, 54 1626 Seelen; und besitzt bey 1500 Joche mittelmässiges Ackerland, 55 auch bey 200 Joche Wiesen. In diesem, von dem Wasser Zwitta längst 56 hinab durchflossenen Dorf, sind seit zwölf Jahren 41 neue Wohnhäuser 57 angebauet worden.</p> 58 <blockquote> 59 <p align="justify" class="verdana-10-135"><font face="Georgia, Times New Roman, Times, serif"><em>Quelle: 60 <strong>Franz Joseph Schwoy</strong>, <strong>Topographie vom Markgrafthum 61 Mähren</strong>, Wien 1793, gedruckt bey Joseph Hraschanzky k.k. 62 deutsch-und hebräischer Hofbuchdrucker und Buchhändler</em></font> 63 </p> 64 <hr align="center"> 65 </blockquote> 66 <p align="justify" class="verdana-10-135"><strong>1839: Greifendorf</strong>, 67 zur Tafelherrschaft Zwittau des Olmützer Erzbisthums gehörig, 68 ½ Ml f. bei der Brünner Poststraße im Thale an der Zwittawa, 69 welche den Ort seiner ganzen Länge nach durchfließt, zählt 70 330 H. mit 1896 E. (841 mnl. 1055 wbl.), und besitzt eine dem obrgktl. 71 Schutz und Zwittauer Dekanate untergeordnete Pfarre mit Kirche und Schule, 72 zu deren Sprengel nur dieses D. gehört. Die Kirche ist der hl. Martyr. 73 Katharina geweiht, wurde 1719 neu aufgebaut und hat 4 Altäre nebst 74 2 angebauten kapellen, auf dem Thurme aber unter 4 Glocken 2 aus den JJ. 75 1503 und 1530. Schon vor 1270 bestand hier eine Pfarre, um welche Zeit 76 der Olmütz. Bischof Bruno die im D. Pohler (j. zur Hschft. Tribau 77 gehörig) eben damals errichtete und von dieser Gemeinde mit 1 Acker 78 bestiftete Kirche dem Greifendorfer Pfarrer zur Versorgung und den Acker 79 zum Nutzgenuß zuwies. (Urk. des Bisch. Bruno für das Erbgericht 80 in Ober-Heinzendorf). Im J. 1673 verbrannte der ganze Ort, sammt dem Pfarrhofe, 81 der Kirche und allen Kirchensachen. — Von der dasigen Ansässigkeit 82 gehören 9 H. mit 52 E. der Stadt Zittau. Im J. 1576 bestättigte 83 Bisch. Johann dem ältern Stanislaw v. Pawlowsky und dessen Sohn Wenzel 84 das ihen vom Bisch. Johann Grodecky 1573 vergabte Lehen in Gr. erbeigenthümlich, 85 welches (14 Unterthane) 1530 der bischofl. Lehen-Hofschreiber, Georg Kamenohorsky 86 v. Kanenahora, der Zwittauer Stadtgemeinde um 1000 fl. mhr. verkaufte.</p> 87 <blockquote> 88 <p align="justify" class="georgia-10-135"> <em>Quelle: <strong>Gregor 89 Wolny</strong>, Benedektiner und Professor, <strong>Die Markgrafschaft 90 Mähren</strong> - topographisch, statistisch und historisch geschildert. 91 V. Band, Olmützer Kreis, Brünn 1839, Selbstverlag des Verfassers. 92 In Kommission der L.W. Seidel'schen Buchhandlung.</em></p> 93 <hr align="center"> 94 </blockquote> 95 <p align="justify" class="verdana-10-135"><strong><a name="zu1859greifendorfpfarre" id="zu1859greifendorfpfarre"></a>1859: 96 Greifendorf, Pfarre.<br> 97 </strong>Dieses Dorf, <span style='font-weight:normal'>wovon ein kleiner
98 Theil in die Seelsorge nach Zwittau gehört, der größere aber mit einer 99 Volkszahl von 1666 Katholiken teutscher Zunge und mit etwa 200 schulfähigen 100 Kindern den hiesigen Pfarrsprengel bildet liegt ¾ Ml. osö. von Zwittau 101 an der Brünner Poststraße im Thale und am Zwittawafluße. Es ist ein Bestandtheil 102 des Domin. Zwittau, in welcher Stadt auch das B.A., G. und die Post sind.<br> 103 </span><b><em> Patron:</em><span 104style='font-size:14.0pt'> </span></b>Der p.l. Olmütz. Fürst. Erbischof, auf dessen 105 Kosten 1840 die Schule, welche eine Ablösungs-Jahresrente von 83 fl. 1 106 fr. C.M. bezieht, neu gedeckt wurde.<br> 107 <b><em> Pfarrer:</em><span 108style='font-size:14.0pt'> </span></b>seit dem Febr. 1856 Herr Karl Hoppe, bisher 109 Pfarrer in Hermersdorf, ffsterzbisch. Titl. Consistorialrath, geb. v. 110 Schönberg 1807, ordin. 1830. Die Cooperatorsstelle unbesetzt. Ein jubilirter 111 Weltpriester lebt hier quiscirt.<br> 112 <b><em>Kirche:</em><span 113style='font-size:14.0pt'> </span></b>Statt der frühern alten wurde die gegenwärtige 114 zur Ehre der hl. Martyr. u. Jungfr. Katharina um 1710 am Friedhofe wahrscheinlich 115 vom Patron solid erbaut. Sie hat nebst dem hohen 2 Seitenaltäre, näml. 116 zu Jesus, Maria und Joseph, dann zum hl. Schutzengel, auf welche in jüngster 117 Zeit Bilder der hlgst. Herzen Jesu und Mariens aufgestellt wurden; in 118 der beim Haupteingange durch Pfarrlinge erbauten Kapelle außerhalb der 119 Kirche gibt es auch 1 Altar zur schmerzhaft. Mutter Gottes. Beim Hauptthor 120 sind 2 Chöre über einander, das untere für das männl. Volk, das obere 121 für Musik und Orgel von 14 Registern und 1 Positiv. Auf dem sehr schadhaften 122 Thurm, dessen hölzerer Aufsatz nach Commisionsbefund im Sept. 1854 demnächst 123 auf Gemeindekosten (er gehört sammt den Glocken der Gemeinde) durch einen 124 gemauerten ersetzt werden sollte, sind 4 Glocken von 14, 9 (gegossen 1503 125 von Andr. Zacelisty?), 6 Ct (gegoss. 1530) und 40 Pfd., auf dem Sanctusthürmchen 126 1 von 80 Pfd. An der Evangelienseite ist eine Kapelle angebaut, die sammt 127 der Kirche neuester Zeit in- und auswendig gereinigt wurde. Seit 1840 128 wurden 3 neue Kaseln, dann 1 silberne Kelch-kuppa von Wohlthätern angeschafft, 129 aber beinahe alles Kirchensilber, welches 1806 11 Pfd. 19 Lth betrug wurde 130 1809 abgeliefert. Nur eine Messenstiftung mit 600 fl. des dasig. Bauers 131 Gallus Stündl vom Jahre 1804 ist zu erwähnen. Für einige Acker-, Gärten- 132 und Wiesenzinse bezieht die Kirche eine Ablösungsrente von 1 fl. 15 kr. 133 C.M.<br> 134 <b><i>Pfarrbestiftung</i></b><i>:</i> An Grundstücken 135 bei Greifendorf 31 Joch 1358 Q° Aecker, 2 Joch 1248 Q° Wiesen, 2 Joch 136 789 Q° Gärten (2), 240 Q° Hutweiden, 11 Joch 856 Q° Kiefernwald, bei Glaselsdorf 137 16 Joch 223 Q° Aecker und 1 Joch 672 Q° Wiese. Zehent ( jährl. 189 1/3
138 Metz. Korn so viel Haber), Flachs, Hühner, Schmalz und vielleicht auch 139 unentgeltliches Zuführen des Brennholzes und Sommeranbau der Aecker mit 140 einer Jahresrente von 421 fl. 45 kr. C.M. abgelöst.<br> 141 Das im Jahre 1794 vom Pfarrer Jaßinger neu hergestellte Pfarrhaus ist 142 ebenerdig gemauert, im Stockwerke aber von Holz und enthält alle nöthigen 143 Ubikationen; dabei Wirtschaftgebäude und 1 Garten.</p> 144 <p align="justify" class="verdana-10-135"><b><i>Geschichtliches:</i></b> 145 Längst vor 1270 bestand in Greifendorf eine Pfarre, denn als Bischof 146 Bruno in diesem Jahr das Dorf Pohler (eigentlich Ober-Heinzendorf) anlegen 147 ließ, verpflichtete er den Vogt desselben, Heinrich, ebendort eine Kirche 148 zu erbauen, worin der Greifendorfer Pfarrer alle 14 Tage 1 Mal den Gottesdienst 149 halten und welche die neue Gemeinde mit 1 Lahn bestiften müsse, den der 150 Greifendorfer Curat benützen wird (Cod. dpl. IV. p. 52). Aber die Namen 151 der Pfarrer sind, weil das Patronat der Curatie sammt jenen der Pfründen 152 in Brüsau u.a. dem Leitomischler Prämonstrtenser Stifte gehörte, nicht 153 bekannt bis zum Jahre 1490, wo der Prämonstratenser-Ordenspriester von 154 Leiomischel, P. Albert die Pfründe hielt, sie jedoch 1500, in welchem 155 Jahre die Kirche sammt Theil des Dorfes verbrannte (Urk.s.dss.J.), resignirte, 156 und die Verweser des Leitomischl. Bisthums, nämlich der Prior u.A. dieses 157 Stiftes, am 16. April d. J. ihrem Mitbruder P. Simon darauf investiren 158 ließen(Orgin. Beczek not.). Um 1530 kam das Patronat wieder an die Olmützer 159 Bischöfe zurück und die Pfarre wurde im Oct. 1535 von dem Beneralvicar 160 und Olm. Domherrn Johann Schönberger mit dem teutschen Ordenspriester 161 (? es heißt nur ord. milicie) Johann besetzt (Act. Consistor. ad. an. 162 1535), dem vielleicht jener Weltpriester Johann nachfolgte, über welchen, 163 sowie über die Pfarrer von Stangendorf und Hermersdorf 1559 dem Bischof 164 Markus die leidige Nachricht zukam, daß sie sich vereheligt, auf Jahrmärkten 165 zu Brüsau und Zwittau einander öffentlich beschimpft und geschlagen und 166 diese Aergernisse auch 1560 wiederholt hatten. Ueberdies erfuhr der Bischof, 167 daß sich gleichzeitig in Heinzendorf ein lutherisch. Prediger angesiedelt 168 und gegen die kathol. Lehre wie ein Wüthender geprediget habe. Es wurde 169 daher, nachdem die 3 obigen Pfarrer kurz vorher in Mürau von dem Zwittau. 170 Dechant verhört worden, der Müglitz. Pfarrer mit dem Mürau. Amtsmann sogleich 171 hierher abgeschickt, um diesen Ubfügen mit aller Entschiedenheit ein Ende 172 zu machen, weil, wo keine Zucht, auch keine Fruchtsei. Der erwähnte 173 Johann war aber 1561 noch in Greifendorf, klagte, daß er nur die Hälfte 174 des Zehents beziehe, obwohl der ganze Gottesdienst abgehalten wird; ferner, 175 daß ihm die Gemeinde die Pfründe aufgekündigt habe und daß der Vogt von 176 Glaselsdorf die pfarrl. Aecker und Wiesen genieße, ohne dafür zinsen zu 177 wollen, worauf 1562 der Mürau. Amtsmann vom Bischof den Auftrag erhielt, 178 den Sachverhalt genau zu untersuchen, Johann aber bat um 1563 um die Pfarre 179 Stangendorf, welche er auch erhielt. Nach Greifendorf kam Peter, welchem 180 Bischof Wilhelm 1570 das Vererbrecht verlieh, jedoch sollte der Pfarrer 181 mit seinem Vermögen nur zu Gunsten einer kathol.Person verfügen, das pfarrl. 182 Inventar-Vermögen unversehrt belassen und mit einem Theil seiner Habe 183 die Kirche bedenken. Peter starb schon 1572 und vom Skt. Georg d. J. wurde 184 hier der bisgerige Kaplan zu Müglitz, Primus, eingesetzt, der jedoch bereits 185 1572 verschied, und zwar nicht im besten Rufe. Darauf wurde sein nicht 186 genannter Nachfolger, welcher auch Stangendorf administrirt hatte, vom 187 Bischof auf Bitte Wratislaws v. Pernstein, obwohl Mangel an Geistlichkeit 188 sei, auf die Pfründe Lauterbach mit Abtsdorf in Böhmen entlassen, und 189 nach Greifendorf kam Daniel Schillinger, welchem bald nachher wahrscheinlich 190 Thomas Handl nachfolgte, nach dssen Verzichtleistung der Zwittau. Dechant 191 am 23. Sept. 1586 Christophor Klein empfohlen hatte, und der auch zur 192 Pfrüfung nach Olmütz beschieden wurde. Aber schon im Juli 1587 hat der 193 bischöfl. Official den Jakob Qualterus, ohne Vorwissen des Bischofs da 194 eingesetzt, der Bischof aber am 6. November d. J. einen Joachim für Greifendorf 195 investirt, der auch Stangendorf administriren sollte, worauf Qualterus 196 zurück trat. Auch dieser verließ in Kürze die Curatie, welche nun von 197 Brüsau sehr unbequem versehen wurde bis zum 15. März 1589, wo sie auf 198 Bitten der Pfarrlinge der Bischof Stanislaw II. mit einem Egidius besetzte, 199 welcher auch Stangendorf versehen hatte.<br> 200 <i>( Ebenda XV.XXIII. 93. XXV. 264 XXVII: Bereits im Jahre 1582 wurde 201 zwischen dem Greifendorfer Pfarrer und der von ihm ebenfalls administrirten 202 Gemeinde Glaselsdorf ein auch vom Bischof am 22. Oct. d.J. bestätigter 203 Vergleich in Betreff der geistlichen Function in Glaselsdorf und die dafür 204 zu entrichtenden Gebäühren von Seite der Gemeinde (jährl. 18 Scheffel 205 Korn u. so viel Haber u.a.) abgeschlossen und auch bestimmt, daß der jeweilige 206 Pfarrer rechtgläubig sein und die anderweitigen Bezüge (?auch die Grundstücke?) 207 wem immer überlassen könne, nur müsse der Nutznießer nach altem Gebrauch 208 den Pfarrer und dessen Gäste zur Kirchweihe mit Speise und Trank versehen 209 (dt. v. Kromer.v.pond. po s. Lukas. im f.e. Arch. zu Kremsier). Wahrscheinlich 210 auf Grund dieses Vertrages wurde die Beschwerde des Glaselsdorf. Lokals 211 und der Gemeinde wegen Genußes gewisser Grundstücke auf diesem Gebiete 212 durch den Greifendorf. Pfarrer am 8. April 1791 vom Gumbernium abgewiesen 213 und die Gemiende verurtheilt, auch die 1783 und 1784 rüständigen Abgaben 214 an Flachs, Eiern, Schmalz und Geld, dann Leistungen der Holzfuhren zu 215 ersetzen, wie auch die entzogene Wiesenparcelle zurück zu geben. Ein Hofrecurs 216 der Gemeinde in der selben Ange-legenheit wurde am 5. Mai 1835 ebenfalls 217 abgewiesen s.e.Archiv ebenda).</i></p> 218 <p align="left" class="verdana-10-135">
218Vielleicht unter ihm, nachdem er 219 sich jedoch geflüchtet, geschah es, daß das gegen Türken geworbene und 220 hier liegende kais. Kriegsvolk (meist Reiterei) im Sept. 1595 die Kirche 221 erbrochen, darin Gräuel verübt hatte und altkathl. Gottesdienste haltenließ; 222 der Bischof Stanislaw beschwerte sich diesfalls gegen den Commandanten 223 und verbot dem Zwittau. Dechant das Begraben in geweihter Erde eines etwa 224 verstorbenen Frevlers.<br> 225 Seitdem findet sich keine Nachricht von der Pfarre bis zum Jahre 1631 226 wo der Curat <em>Sebastian Klinky</em> letztwillig (15. Sept. d.J.) mit 227 einem um 330 Thlr. erkauften Acker und Scheuer bei Trübau in dieser Pfarrkirche 228 1 Anniversar für sich gestiftet und seinen Kaplan <em>Wolfgang Adalbert 229 Schindler</em>, geb.v. Zwittau, zum Nachfolger hatte, welcher 1637 auch 230 die Curatie Rothmühl als Commendata erhielt und 1658 zum Consistorium 231 berichtete, daß Greifendorf und Glaselsdorf 142 Metzen Korn und so viel 232 Haber, von Rothmühl 142 Metzel 1½ Vierteln Korn nebst so viel Haber an 233 Zehent beziehe und von einer Verkürzung des pfarrl. Besitze nichts wisse, 234 nur daß ein benachtbarter Gutherr den Pfarrwald entziehen wolle. Nach 235 diesem Schindler, welcher erst im Febr. 1669 starb, waren folgende Pfarrer: 236 seit<br> 237 <b><i>29. März 1669</i></b> <em>Sigismund Ernest Miltsch</em>, wurde 1674 238 amovirt;<br> 239 <b><i>5. Mai 1674</i></b> <em>Valentin Jaich</em>, beförd. als Dechant 240 nach Hotzenplotz 1675 (1673 verbrannte das Pfarrhaus sammt Matriken, die 241 Kirche mit allen effecten und ein Theil des Dorfes; die Skt. Kathariinakirche 242 hatte 3 von den Schweden violirte Altäre, aber nur das hohe brauchbar, 243 Rothmühl war s. 1672 bei Stangendorf);<br> 244 <b><i>12. Febr. 1675</i></b> <em>Thomas Kristely</em>, geb. v. Zwittau, 245 schon Anfangs Juni d. J. nach Kunzendorf versetzt;<br> 246 <b><i>18. Juni 1675</i></b> <em>Johann Franz Wilder</em>, verstorben 79 247 jähr. als Jubilar 21.März 1723 (1691 besaß die Kirche außer 1 kupfer. 248 Monstranz, an Silber 2 vergold. Kelche, 1 solches Ciborium, 1 klein. Kreuz 249 und 1 Communionbecher, dann 7 Kaseln und 1 bemalten Traghimmel, Zinsen 250 von 6 Kühen á 36 kr., von Gärten und 1 Wiese; viele, auch fremde Beichtende, 251 daher Aufnahme von fremden Geistlichen; der Schulmann von den Pfarrlingen 252 erhalten);<br> 253 <b><i>22. April 1723</i></b> <em>Simon Franz Scheyka</em> verst. 50jährig 254 am 16. Dezember 1730<br> 255 <b><i>29. Jänner 1731</i></b> <em>Michael Mück</em> verst. 42jährig am 256 2. Juni 1741<br> 257 <b><i>20.Juli 1741</i></b> <em>Karl Josef Zarubkowitz</em> geb. zu Stadt 258 Liebau verst. 67jährig am 4.Mai 1756<br> 259 <b><i>13.Juli 1756</i></b> <em>I.Ignaz Wehrer</em>, geb. v. Troppau ließ 260 die Kirche im Innern sammt<span style='font-size:14.0pt'> </span>Altären 261 erneuern, beförd. nach Brüsau 1773<br> 262 <b><i>31.Oktober 1773</i></b> <em>Johann Hornisch</em> geb. v. Zwittau 263 verst. 67jährig am 6. Oktober 1793<br> 264 <b><i>Anfang Jänner 1794 </i></b><em>Andreas Jaßinger</em> verst. am 20. 265 August 1816<br> 266 <b><i>15. April 1817</i></b> <em>Joseph Spiller</em> bisher Pfarradministrator 267 in Stangendorf verst. am 24. April 1833<br> 268 <b><i>28. Juni 1833</i></b> <em>Johann Proschek</em>, bisher Pfarrer in 269 Gundersdorf geb. v. Olmütz wurde auch Titl. Consistor. Rath, Vicedechant 270 und Schuldistricts-Aufseher verst. am 14. December 1855<br> 271 seitdem der gegenwärtige Herr Pfarrer.</p> 272 <blockquote> 273 <p align="left" class="georgia-10-135"><em>Quelle: <strong></strong><strong>Kirchliche 274 Topographie von Mähren</strong>, meist nach Urkunden und Handschriften, 275 durch <strong>P. Gregor Wolny</strong>, Dr., Subprior im Benediktiner-Stifte 276 Raigern u.s.w.<br> 277 I. Abtheilung. Olmützer Erzdiöcese. III. Band Brünn <strong>1859</strong> 278 Selbstverlag, <br> 279 In Kommission der Nitsch und Grosse´schen Buchhandlung Druck von Georg 280 Gastl Seite 13-16</em></p> 281 <hr align="center"> 282 </blockquote> 283 <p align="left" class="verdana-10-14"><a name="zuczerny" id="zuczerny"></a><strong>1904:</strong> 284 <strong>
284Greifendorf.</strong><br> 285 Das deutsche Kirchdorf Greifendorf, mit dem vorigen <span class="verdana-08-135">(Vierzighuben; 286 Anm. Die Red.)</span> zusammenhängend, liegt 5,4 km s. von Zwittau 287 in einem Tale, abseits der nach der Landeshauptstadt führenden Poststraße.<br> 288 Die Zwitta, die in der Nähe des 439 289 hohen Mittelfeldes den Stangendorfer Bach, der hier eine Mühle treibt, 290 aufnimmt, durchfließt von N. nach S. diesen etwa 5 km langen Ort, 291 dessen Seehöhe 426 m beträgt.<br> 292 Greifendorf zählt in 384 Häusern 293 2793 Einwohner (1285 m., 1508 w.), wird von der Staatseisenbahn 294 (Station Greifendorf—Rothmühl, Seehöhe 421 m), die 295 anfangs an der ö. dann an der w. Seite des Ortes nach Brünn 296 hinzieht, durchschnitten.<br> 297 Die Bewohner von Greifendorf, dessen 298 s. Teil im Volksmunde den Namen „Krazl“ <a name="zukrazl"></a><a href="#fussnote-czerny">*)</a> 299 führt, haben dieselben Erwerbsquellen, wie jene von Vierzighuben 300 <span class="verdana-08-135">(Die Ortsansassen bschäftigen sich mit 301 Landwirtschaft, Viehzucht und Lohnweberei oder verdingen sich als Arbeiter 302 in den Zwittauer Fabriken und in den nahen Steinbrüchen; Zitiert 303 vom Text zu Vierzighuben; Anm. Die Red.)</span>.<br> 304 Die<span class="verdana-10-135-gesperrt"> 305 Pfarrkirche </span>(Zwittauer Dekanat, fürst-erzbischöfliches 306 Patronat), der heil. Katharina gweiht, bestand schon vor dem Jahre 1270 307 und wurde samt dem Orte und der Pfarre 1673 ein Raub der Flammen, worauf 308 sie erst 1710 am Friedhofe wiederhergestellt wurde.<br> 309 Der Ort, von dem ein kleiner Teil 310 in die Seelsorfe nach Zwittau gehört, besitzt eine 3klassige Volksschule 311 mit 397 Schülern, deren Gebäuce 1881 auf Kosten der Gemeinde 312 neu aufgebaut wurde und ein k. k. Postamt.<br> 313 Von Vereinen bestehen hier: Ein landwirtschaftliches 314 Kasino, ein Militärveteranenverein, ein Skt. Theresienverein, eine 315 freiwillige Feuerwehr, eine Ortsgruppe des Bundes der Deutschen Nordmährens, 316 ein Männergesangverein und ein Spar- und Darlehenskassenverein.<br> 317 Zwischen 1318—1326 erscheinen 318 in „Griffendorf“ als bischöfliche Lehensträger: 319 Die Tochter des Zwittauer Advokaten (mit 7 Lahnen) <span class="verdana-10-135-gesperrt">Ronberger</span>, 320 <span class="verdana-10-135-gesperrt">Priczko</span>, die Witwe nach <span class="verdana-10-135-gesperrt">Hainussii</span>, 321 <span class="verdana-10-135-gesperrt">Gilricus</span>, der Olmützer 322 Scholasticus <span class="verdana-10-135-gesperrt">Rumpler</span> und 323 der Richter (mit 2 Lahnen und einer Mühle mit einem kleinen 324 Rade).<br> 325 Dem Erbrichter wurde, Kremsier 1535, 326 die verloren gegangene Urkunde, aufgrund von Aussagen glaubwürdiger 327 Zeugen, durch Bischof<span class="verdana-10-135-gesperrt"> Stanislaus 328 </span>erneuert.<br> 329 1455 besaß<span class="verdana-10-135-gesperrt"> 330 Heinrich von Dyetrzichowicz </span>einen Alodialhof bei Zwittau und 11 331 Lahne in Greifendorf, Lhota und Selsen. In denselben Jahre nennt sich 332 ein<span class="verdana-10-135-gesperrt"> Bernhard </span>und<span class="verdana-10-135-gesperrt"> 333 Michael </span>nach Greifendorf. Sie waren ritterbürtigen Standes, 334 da ein<span class="verdana-10-135-gesperrt"> Mendlik von Gryffendorff</span> 335 1420 beim Lehensrechte entschied: „Sollen khein lehensmanne beym 336 gehegten Recht Sitzen Und Urtheilen, welche nit Rietter Standts seyn“. 337 Einer dieses Geschlechts ist als Gründer des Ortes anzusehen.<br> 338 Dieses Dorf erhielt 1573<span class="verdana-10-135-gesperrt"> 339 Stanislaus Pawlowsky </span>und sein Sohn<span class="verdana-10-135-gesperrt"> 340 Wenzel </span>als Lehen vom Bischofe<span class="verdana-10-135-gesperrt"> 341 Johann Gradecky</span>, worauf es 1630 von dem bischöflichen Lehen 342 Hofschreiber<span class="verdana-10-135-gesperrt"> Georg Kamenohorsky 343 von Kamenahora </span>der Stadt Zwittau verkauft wurde.<br> 344 <br> 345 <a name="fussnote-czerny" id="fussnote-czerny"></a> *) Krazl von Gradek 346 = Hradek = kleine Brug, was vermuten läßt, daß hier in 347 der Vorzeit an der Gabelung der alten Straße zu ihrem Schutze eine 348 kleine Burg gestanden sei. <a href="#zukrazl" class="verdana-08-135">(zurück 349 im Text)</a></p> 350 <blockquote> 351 <p align="left" class="verdana-10-14"><em>Quelle: <strong>
351Alois Czerny,</strong> 352 <strong>Der politische Bezirk Mährisch-Trübau</strong>. Heimatkunde 353 für Schule und Haus. Zweite vermehrte und umgearbeitete Auflage 354 mit zahlreichen Illustrationen. Im Verlage des M.Trübauer Lehrer-Vereines. 355 — Druck von I. Czerny, Landskron. Kommissions-Verlag von Em. Nowotnys 356 Nachfolger (E. Hinkelmann) in M.-Trübau. 1904. (Die erste Auflage 357 war im 1882 erschienen)</em></p> 358 <hr align="center"> 359 </blockquote> 360 <p align="justify" class="verdana-10-14"><strong>1921: Greifendorf</strong> 361 (č. Grándorf). Gm., B. Mähr. Trübau (MM); 2549 Ew., 362 dav. 2492 d.*; P.; EdL. (Prag —) Abtsdorf (Opatov) — Brünn. 363 Mühle, 2 Steinbr.</p> 364 <blockquote> 365 <p align="justify" class="verdana-10-14"> <em>Quelle: <strong>Prof. Ernst 366 Pfohl</strong>, <strong>Ortslexikon Sudetenland</strong>, 680 S., 1987, 367 Helmut Preußler, Verlag Nürnberg,<br> 368 ISBN 3-925362-47-9, </em> mit dem damaligen Titel „Orientierungslexikon 369 der Tschechoslowakischen Republik“. <em>Nachdruck der 3. Auflage 370 von 1931.<br> 371 Im Grunde ist der Titel von 1987 missverständlich, denn das Buch 372 enthält Kurzbeschreibungen zu jedem Ort in der damaligen Tschechoslowakischen 373 Republik.</em></p> 374 </blockquote> 375 <p align="justify" class="zeilenabstand"> </p> 376 <table width="100%" border="0" align="center"> 377 <tr> 378 <td><div align="left"> 379 <p align="center"><font size="-1" face="Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif"><a href="03-bildergalerie.htm">zur 380 vorherigen Seite</a><br> 381 3. Bildergalerie von Greifendorf</font></p> 382 </div></td> 383 <td><div align="center"><font size="-1" face="Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif"><a href="04-greifendorf-in-literatur.htm">Aktuelle 384 Seite</a><br> 385 4. Greifendorf in der Literatur</font></div></td> 386 <td><div align="center"><font size="-1" face="Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif"><a href="05-einwohnerzahlen.htm">zur 387 nächsten Seite<br> 388 </a>5. Einwohnerzahlen</font></div></td> 389 </tr> 390 <tr> 391 <td> </td> 392 <td><div align="center"><font size="-1" face="Georgia, Times New Roman, Times, serif"> </font></div></td> 393 <td> </td> 394 </tr> 395 <tr> 396 <td> </td> 397 <td><div align="center"><font size="-1" face="Georgia, Times New Roman, Times, serif"><a href="../../index.htm">zur 398 Startseite von www.zwittau.de</a></font></div></td> 399 <td> </td> 400 </tr> 401 </table> 402 <hr align="center"> </td> 403 </tr> 404</table> 405<table width="100%"> 406 <tr> 407 <td> </td> 408 </tr> 409</table> 410<!-- Anfang --> 411
412<script language="JavaScript"> 413<!-- 414 415function SymError() 416{ 417 return true; 418} 419 420window.onerror = SymError; 421 422//--> 423</script>
423 424
425<SCRIPT type="text/javascript" LANGUAGE="JavaScript" 426SRC="http://www.stats4free.de/counter.php?sid=178715494"></SCRIPT>
426 427<BR><A HREF="http://www.stats4free.de"> 428<font size="1">Counter</font></A> 429<!-- Ende --> 430</body> 431</html>
Line numbers count LF bytes from the start of the resource, as the search results do. Vendor segments are library code the classifier recognised; they are stored but not indexed. Bytes are shown as Latin1 characters, one per byte.